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Xanten
Die Zukunft der alten Förderschule

Xanten: Die Zukunft der alten Förderschule
Entwurf 1: Der Bewerber VPX will das bestehende Gebäude grundsanieren, und darauf aufbauen. Geplant ist ein rein sozialer Wohnungsbau. FOTO: Kummer
Xanten. Drei Architekturbüros haben für die Nachnutzung des Gebäudes an der Johannes-Janßen-Straße ihre Ideen vorgestellt. Von Grundsanierung bis kompletten Neubau ist alles dabei. Nicht der Kaufpreis soll entscheidend sein. Von Peter Kummer

Ein Bewerber möchte das Gebäude erhalten, grundsanieren und allein für den sozialen Wohnungsbau vorhalten, zwei andere planen den Abriss und Neubau, mal um die Wohnungen selbst zu vermieten, mal um einen Teil zu verkaufen. Bei ihrer Entscheidung über die Zukunft des früheren Förderzentrums an der Johannes-Janßen-Straße hat die Lokalpolitik die Qual der Wahl. Drei Konzepte liegen auf dem Tisch, die Entscheidung, welcher Investor den Zuschlag für das letzte städtische Filetstück in der Kernstadt erhält, könnte noch vor den Sommerferien fallen. Zuvor müssen aber noch einige nicht vorhergesehene Hausaufgaben machen. Denn bei den Besichtigungen in der ehemaligen Schule hat ein Bewerber mal genauer hingeschaut und problematische Baustoffe - die Rede ist von Eternit oder ähnlichem - entdeckt. Jetzt muss zunächst der Gutachter rein, dann können die Kaufinteressenten ihre Planung noch einmal nachbessern. Ein vierter Bewerber hat sich angesichts dieses Fundes vorab aus dem Verfahren verabschiedet.

Die Architekten von "atelier3", die in Xanten schon die Ostwall-Residenzhäuser hochgezogen haben, haben sich für einen Abriss und den Bau von vier Gebäuden mit unterschiedlich vielen Wohnungen und verschiedenen Größen entschieden. "Grundtenor ist die Schaffung von unterschiedlichen Wohnhäusern", erläutert Reiner Jungnitsch für den Bewerber. Das Konzept umfasst Einfamilienhäuer und Wohnungen. In der Tiefgarage stehen 32 Stellplätze zur Verfügung, im Außenbereich weitere 16.

"atelier3" schlägt vier unterschiedlich große Neubauten vor. FOTO: Peter Kummer

Teilweise soll Wohneigentum gebildet werden, teilweise sind die Wohnungen in der Vermietung, frei finanziert und als Sozialwohnung gedacht. Jungnitsch: "Wir halten die Mischung für die richtige Lösung, um eine Ghettobildung zu vermeiden." B & K geht ebenfalls von einem Abriss der alten Schule aus, um anschließend vier gleich große Gebäude zu errichten, die sich um einen Platz in der Mitte als Quartierzentrum gruppieren.

Zwischen den Häusern bestehen Sichtachsen, die das 3400 Quadratmeter große Grundstück auflockern. Geplant sind 40 Wohnungen von unterschiedlicher Größe mit insgesamt 2470 Quadratmeter Wohnfläche und einer Tiefgarage. Etwa Dreiviertel der Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein, ein Viertel frei finanziert. Das Verhältnis ist aber noch veränderbar.

B&K möchte vier gleiche Blocks "locker" um den zentralen Platz bauen. FOTO: Peter Kummer

Dritter Bewerber ist die VPX. Das Unternehmen plant mit dem vorhandenen Gebäude, das bis auf die tragenden Elemente entkernt und neu errichtet wird. VPX sieht einen reinen sozialen Wohnungsbau vor und will das Objekt als Vermieter behalten. Eine Tiefgarage ist nicht geplant, dafür beinhaltet das Konzept zusätzlich als Neubau eine Einrichtung für die Tagespflege. 20 Wohnungen umfasst das Konzept, ergänzt um jeweils fünf Gruppen-Wohnungen und Angebote für ein Mehrgenerationenwohnen.

Die Lokalpolitik orientiert sich bei ihrer Entscheidung über das zu realisierende Konzept nicht nur am Kaufpreis. Darüber hinaus spielen Kriterien wie Architektur, Eingliederung ins Umfeld und vorgesehene Nutzung eine Rolle. Es kann allerdings auch sein, dass keinem Bewerber dem Vorzug gegeben wird.

Quelle: RP
 
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