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Xanten
Dreckwasser marsch in Richtung Kläranlage Hönnepel

Xanten. Wenn Vynener und Marienbaumer künftig schmutzige Wäsche waschen oder die Klospülung betätigen, fließt das verbrauchte Wasser in die Kläranlage Kalkar-Hönnepel. "Abwasser ist ein Thema, das unbedingt geklärt werden muss", kalauerte Xantens Bürgermeister Thomas Görtz zur Fertigstellung der Pumpanlage in Vynen, dem ehemaligen Klärwerk. Von Erwin Kohl

Der Verwaltungschef lobte die gute Zusammenarbeit beim interkommunalen Projekt mit Kalkar und Rees: "Die Druckrohrleitung bietet ökologisch und wirtschaftlich große Vorteile für alle Beteiligten."

Sein Reeser Amtskollege Christoph Gerwers, der wie Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz an den Vynener Deich gekommen war, wies darauf hin, dass es sich bei der 7,5 Kilometer langen Leitung um ein rhein- und kreisübergreifendes Bauwerk handelt. Rund zwei Millionen Euro, inklusive Fördermittel vom Land, musste Xanten dafür aufgewenden.

Eine gute Investition, so Christiane Neuhaus, Fachbereichsleiterin der Lineg: "Auf den Kubikmeter Abwasser umgerechnet, ist eine kleine Kläranlage, wie sie hier betrieben wurde, teurer als eine Pumpanlage." Zu der wurde das Klärwerk im laufenden Betrieb umgebaut. Eine Option hat sich die Lineg allerdings offengehalten. "Ein kleiner Anlagenteil bleibt für den Notfall bestehen. Dazu wurde ein Nachklärbecken umgerüstet", so Neuhaus.

DBX-Vorstand Harald Rodiek zeigte sich erfreut, "dass ein derart großes Projekt so schnell über die Bühne gegangen" ist. Warum alles so geräuschlos vonstattenging, erläuterte Torsten Feldkamp von der Ingenieurgesellschaft Kottowski: "Wir haben ein an der TU Dresden entwickeltes, kostengünstiges und fast geräuschloses Spülbohrverfahren angewendet. Damit mussten wir Straßen und Wege nicht öffnen, sondern nur alle 160 bis 180 Meter einen Schacht ausheben."

Sein Kollege Tobias Angenendt nannte weitere technische Details zur 225 Millimeter dicken Druckrohrleitung: "Sie hat ein Volumen von 202 Kubikmeter und kann pro Sekunde 27,8 Liter Wasser befördern." Das braucht im Durchschnitt 11,5 Stunden, bis es den Nachbarort erreicht. "Das liegt daran, dass die Pumpe nur bei Bedarf in Betrieb ist. Etwa vier Stunden täglich reichen", so Angenendt. In dieser Zeit wird die täglich aufkommende Schmutzwassermenge von rund 400.000 Litern aus den beiden Ortschaften zur Kläranlage befördert.

Für die Stadt Xanten ist die Pumpanlage vor allem aus wirtschaftlicher Sicht gewinnbringend. Bürgermeister Görtz: "Wir sparen sehr hohe Betriebs- und vor allem Sanierungskosten für die marode Anlage in Vynen."

Quelle: RP
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