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Xanten
Drei Dörfer machen sich fit für die Zukunft

Xanten: Drei Dörfer machen sich fit für die Zukunft
Die Kommission machte Halt in Ossenberg am Wasserspiel im Ortskern. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Eine 14-köpfige Kommission erkundete Marienbaum, Wallach und Ossenberg für den Kreiswettbewerb. Von Erwin Kohl

Die dörfliche Entwicklung ist ein wichtiges Thema in den Rathäusern des Kreises. Sie entscheidet über den demografischen Wandel im Ort und bestimmt die Infrastruktur. Welcher Ortsteil die besten Aussichten besitzt, soll sich in dem Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" zeigen. Fraglich ist jedoch, ob der Wettbewerb selbst noch eine Zukunft hat, denn mit Götterswickerhamm, Marienthal, Wallach, Ossenberg und Marienbaum bewarben sich kreisweit nur noch fünf Dörfer. "So wenige Teilnehmer hatten wir noch nie, das ist eine bedenkliche Entwicklung", erklärte Joachim Wittebrock von der Kreisverwaltung.

Die erste Etappe ihres Besuchs der linksrheinischen Dörfer führte die 14-köpfige Prüfungskommission gestern nach Wallach. Chance und zugleich größtes Zukunftspotential der Wallacher sieht Hans-Joachim Günther, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins, in den vielen Neubürgern: "Die wollen wir mitnehmen, von der Jugend an über die Vereine in unser Dorfleben einbinden." Aus diesem Grund sollte die geplante Busrundfahrt vor allem durch Neubaugebiete führen, aber durch eine Großbaustelle zur falschen Zeit wurde dieser Plan durchkreuzt. "Die Lineg baut dort Drainage- und Pumpanlagen, da kommen wir nicht durch. Aber das dient dem Hochwasserschutz und hat somit auch Zukunft", sagte Günther und stellte das Dorf in einem Vortrag in der alten Dorfschule vor. Die in Eigenregie restaurierte Schule schmiegt sich nahtlos an den ebenfalls neugestalteten Dorfplatz an. Bürgermeister Frank Tatzel lobte: "Die Dörfer Wallach und Ossenberg sind geprägt vom starken Engagement ihrer Bürger. Das gilt für Wallachs dörfliche Mitte ebenso wie für die Schlosskapelle in Ossenberg."

Weil die Ossenberger mit weit mehr als der historischen Kapelle und dem angrenzenden Schloss punkten können, fand die Präsentation durch den Heimatverein Herrlichkeit während einer Busfahrt statt. Stolz präsentierte Helmut Hofmann, Vorsitzender des Heimatvereins, die Räume des SV Concordia Ossenberg, der im Reha- und Breitensport mit über 200 Kursangeboten und 70 Übungsleitern eine Vorreiterrolle am Niederrhein einnimmt. Dass Ossenberg mit seinen landschaftlichen Reizen die Möglichkeit für lange Spaziergänge oder Radwanderungen bietet, wurde beim Blick auf die neue Deichanlage deutlich. Der ganze Stolz des Heimatvereins ist der in Eigenregie errichtete Dorfplatz. Dort gab es für die Prüfer ein "Ossenberger Kräuter Tröpfchen" zum Abschied.

Die letzte Etappe führte die Kommission in die Marienbaumer Grillhütte, die sich auf dem Gelände des ehemaligen Klostergartens befindet. "Unser Dorf ist schön genug, jetzt ist es an der Zeit, in die Zukunft zu schauen", erklärte Dietmar Kisters, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins. Unter diesem Gesichtspunkt erfuhr während der Busrundfahrt selbst ein unscheinbarer Kasten am Straßenrand gesteigertes Interesse. "Das ist ein PoP-Verteiler für Glasfaserleitungen", so Kisters. Erstmals vorgestellt wurde bei dieser Gelegenheit der neue Lift im Wallfahrtsheim, der künftig einen barrierefreien Zugang in den Saal im Obergeschoss ermöglicht. Weitere Höhepunkte der Rundfahrt waren der Waldkindergarten, der Alleenradweg und der Rastplatz an der Milchstraße.

Quelle: RP
 
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