| 00.00 Uhr

Xanten
Dudelsäcke erklingen, Baumstämme fliegen

Xanten: Dudelsäcke erklingen, Baumstämme fliegen
Oliver aus Heidelberg beim Hochwurf. Im Hintergrund ist Schiedsrichter - "Judge" genannt - Bernd Wolf zu sehne. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Zum neunten Mal lockten die 14 Mitglieder des schottischen Kulturvereins Xanten zum Schottischen Festival am Ostwall. Von Erwin Kohl

Wenn in Xanten gestandene Männer in Röcken umher laufen, ist es wieder soweit: Das "Schottische Festival" am Ostwall steht auf dem Programm. Bereits zum neunten Mal lockten die 14 Mitglieder des schottischen Kulturvereins Xanten mit landestypischen Darbietungen Kilt-Träger und Zuschauer gleichermaßen an.

Um die Auswahl der passenden Musik musste sich der Verein keine Gedanken machen, denn eine der vielen Attraktionen an diesem Wochenende waren die Dudelsackmeisterschaften. Dafür waren Bands und Solisten aus den Niederlanden, Belgien, Österreich und sogar Südafrika in die Domstadt gekommen. Wie Ernst der Veranstalter diesen Wettbewerb nimmt, zeigt allein daran, dass man mit Cameron Edgar und Ciaran Mordaunt zwei Jurymitglieder aus England und Irland hat einfliegen lassen. "Es kommt nicht nur darauf an, dass jede Note sitzt, es entscheidet das richtige Marschieren und vor allem das Zusammenspiel zwischen Trommlern und Pfeifern", erläutert Johannes Haase von den Xantener Schotten.

Wie schottisch man in der Domstadt bereits ist, macht ein Blick in die Getränkekarte deutlich, denn das "original schottische Bier" hat der Xantener Winfried Jäger gebraut. Wer schon immer mal schottisch speisen wollte, wurde ebenfalls fündig. "Haggis besteht aus Schafsinnereien, es ähnelt ein wenig dem deutschen Saumagen. Die Schotten haben da früher alles reingetan, was sie nicht verkaufen konnten", erläutert Haase. Alternativ befand sich aber auch der Klassiker "Fish and Chips" im Angebot. Und selbstverständlich gab es edlen schottischen Whisky.

Bei einem richtigen Schottenfestival dürfen die "Highland Games" nicht fehlen. Das ist jene skurrile Sportart, bei der es darum geht, Baumstämme zu werfen und jonglieren oder Gewichte über Stangen zu katapultieren. Seit drei Jahren bieten die Xantener Veranstalter den Wettbewerb auch für den Nachwuchs an. Ausgerichtet wird das Spektakel vom 1. Nettetaler Highlander Verein. "Wir möchten damit Jugendlichen den Sport näher bringen, deshalb lassen wir sie auch nicht wie üblich einzeln, sondern in Teams zu fünf Personen antreten", erklärt Schiedsrichter Bernd Wolf. Mit ihm hat der Nachwuchs auch gleich den richtigen Trainer an der Hand, denn Wolf errang bei den Highland Games im schottischen Inverness (bei Loch Ness) einen beachtlichen 14. Platz. Bei Scott Brückner aus Aldekerk und Oliver Wells aus Malsch bei Heidelberg geht es nur noch darum, Feinheiten zu verbessern. Die beiden, die sich in Xanten kennengelernt und angefreundet haben, sind alte Hasen. "Vor zwei Jahren haben wir bei unserer ersten Teilnahme direkt gewonnen, im vorigen Jahr sind wir Zweiter geworden", berichtet der elfjährige Scott.

Am meisten Respekt haben die beiden vor dem "Caber", dem Baumstamm. "Ihr müsst den Stamm mit beiden Händen aufnehmen, ausbalancieren, loslaufen und dann abrupt stoppen und loslassen. Wichtig ist es, dass die Spitze auf den Boden fällt", erklärt Bernd Wolf. Bei der anschließenden Wertung kommt es auf die endgültige Lage des Cabers an. "Der Caber muss in Richtung des Werfers landen, wir nennen das zwölf Uhr. Liegt er auf viertel vor zwölf, bedeutet das Punktabzug.

Scott und Oliver haben den Sieg schon abgehakt, von der Faszination "Highland Games" haben sie allerdings längst anstecken lassen. Das wiederum wundert Schiedsrichter Bernd Wolf nicht: "Der Fun-Faktor dabei ist einfach riesengroß", sagt er.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Xanten: Dudelsäcke erklingen, Baumstämme fliegen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.