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Xanten
Ein erfolgreicher Neustart für den Lüttingener Saalkarneval

Xanten. Saalkarneval hatte in Lüttingen eine lange Tradition, bis im vergangenen Jahr das Aus kam. "Wir hatten weder genügend Akteure noch das nötige Publikum, deshalb gab es keine Sitzung. Aber jetzt starten wir einen Neuanfang", erklärt Theo Bours. Wir, damit meint Bours die örtlichen Schützen sowie den Heimat- und Bürgerverein Lüttingen. Die haben auch gleich einen Elferrat eingeführt, bestehend aus zwei Fünfergruppen und Moderator Jürgen Rösen. In jedem Jahr sollen fünf Mitglieder ausscheiden und andere Vertreter von Vereinen oder Nachbarschaften dafür nachrücken. "Die müssen sich mit Foto bewerben, ein einheitliches Kostüm tragen und etwas aufführen. Im Jahr darauf sind sie fürs Bützen und die Orden zuständig, danach scheiden sie aus", erklärt Bours das Regelwerk. Die Veranstalter wollen so den Karnevalsvirus wieder im ganzen Dorf verbreiten. Das Konzept scheint aufzugehen. Die Sitzungen in der Almhütte wurden von rund 200 Narren besucht.

Die Moderation von Jürgen Rösen erwies sich als eine Büttenrede in vielen Episoden. "Für Viagra und Brustimplantate wird mehr Geld ausgegeben als für die Demenzforschung. Mit der Folge, dass unsere Senioren stramme Brüste haben und voller Potenz sind, aber nicht mehr wissen, wofür." Ein tänzerisches Highlight setzte die XCV Kindertanzgarde unter Leitung von Nadine Inderfurth und Karla Beuckmann mit einem tollen Showtanz, gefolgt vom Lüttinger Tanzmariechen Verena Kruse, die für ihren rasant-akrobatischen Auftritt völlig verdient die erste Rakete des Abends erhielt. Zwischendurch hagelte es traditionell immer wieder Spitzen gegen die ungeliebten Wardter. Einer von ihnen war mit dem Auto in Amsterdam. "Als er am ersten Verkehrsschild anhielt, fragte ihn ein Holländer nach einer Zigarette, am zweiten Schild fragte derselbe nach Feuer und am dritten sagt der zum Wardter: Wenn du mir zehn Euro gibst, verrate ich dir, wie du aus dem Kreisverkehr kommst", erzählte Rösen. Aus dem Cat-Ballou-Hit "Et jitt kei Wood" machten Ludger Rodermond, Theo Bours und Thomas van Wesel kurzerhand eine Lüttinger Hymne und heizten die Stimmung in der Hütte am See damit mächtig an. Tipps für "stabile" Urlaubsflieger boten die Stewardessen Marlies Marschdorf und Doro Belker. Ein fetziger Auftritt der XCV Rainbows in wunderschönen Kostümen, die "Geilen Pricken" sowie das "Flönz-Ballett" sorgten für einen gelungenen Neustart der Lüttinger Narren.

(erko)
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