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Vom Anlagemarkt
Ein ernüchternder Start in das neue Jahr

Xanten. In der vergangenen Woche wurden die wichtigen globalen Aktienindizes von den starken Kursrückschlägen in China angesteckt. Für Verunsicherung sorgten nicht nur enttäuschende Konjunkturdaten in dem Land, sondern auch die mehrtägige Abwertung des Renmimbi. Obwohl die Bank of China in den letzten zwei Monaten mit etwa 200 Milliarden US-Dollar an den Devisenmärkten intervenierte, kam es auch unter dem Einfluss der US-Zinspolitik zu hohen Kapitalabflüssen.

Zudem halten eine Reihe von Analysten den starken Anstieg der Gesamtverschuldung in den vergangenen Jahren für bedenklich. Die Gesamtverschuldung Chinas ist laut einer McKinsey- Studie seit 2007 von 7,4 Billionen US-Dollar bis Mitte 2014 auf 28,2 Billionen US-Dollar angestiegen. Es kam zu einem Immobilienboom, der neben der Konsumgüterproduktion für den Export, die Triebfeder für das starke wirtschaftliche Wachstum darstellte. Mittlerweile endete der Boom und es entstanden Überkapazitäten in allen Bereichen, die mit der Bauwirtschaft zusammenhängen.

Um unabhängiger von der Exportwirtschaft zu werden, stärkt die chinesische Regierung seit etwa zwei Jahren die Dienstleistungsbranche und den Inlandskonsum. Zudem tritt das Land mit Infrastrukturprojekten der wirtschaftlichen Abschwächung entgegen. Allerdings reichen die Maßnahmen nicht aus, um das Wachstumstempo beizubehalten. Gleichzeitig flaut in den USA die wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Schätzungen für das US-Wachstum lagen zuletzt bei 0,8 Prozent. Im Ergebnis schwächt sich die Weltwirtschaft deutlich ab. Somit sollten Aktien von globalorientierten, konjunkturzyklischen Unternehmen unter Tradingaspekten in Erholungsphasen eher abgebaut werden. Allerdings bleibt aufgrund der Niedrigzinspolitik der Anlagenotstand bei den Großanlegern bestehen. So erscheinen bei Kursrückschlägen Aktien von bilanzstarken, konjunkturunabhängigen sowie dividendenstarken Unternehmen interessant (Nahrungsmittel, Pharmaindustrie).

AUTOR WILLI BUSCHHAUS IST WERTPAPIERSPEZIALIST BEI DER VOLKSBANK NIEDERRHEIN EG.

Quelle: RP
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