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Xanten
Ein Fest unter zwei Kirchtürmen

Xanten. Die Evangelische Kirchengemeinde Xanten-Mörmer und die Domgemeinde laden gemeinsam in die Innenstadt ein. Von Peter Kummer

Das Gedenken an 500 Jahre Reformation macht es möglich: Die katholische Kirchengemeinde St. Viktor und die Evangelische Kirchengemeinde Xanten-Mörmter tun sich erneut zusammen, um ein gemeinsames ökumenisches Fest zu feiern. Am kommenden Samstag, 10. September, werden mehr als 30 Gruppen beider Konfessionen in der Innenstadt zwischen Kurfürstenstraße, Marktplatz und Domvorplatz sich und ihre Arbeit vorstellen.

"Wir möchten miteinander feiern. Das wird an etlichen Ständen rüberkommen", sagt Presbyterin Brigitte Messerschmidt. Ihr Pendant auf katholischer Seite, Marie-Louise Jordans-Theußen, ergänzt: "Das Schöne wird sein, dass die Gruppen, Vereinigungen, Verbände und Vereine nicht einzeln für sich auftreten, sondern sich jeweils zusammengeschlossen haben." So werden die Kindergärten ebenso gemeinsam etwas anbieten wie etwa die Frauengruppierungen. Selbst der Pfarreirat auf katholischer Seite und das Presbyterium auf evangelischer Seite haben zusammen einen Informationsstand.

Die Ökumene beginnt beim Eröffnungsgottesdienst, mit dem Propst Klaus Wittke und Pfarrerin Ulrike Dahlhaus das Fest um 11 Uhr auf dem Markt einläuten. "Komm mal rüber . . . gemeinsam glauben und feiern", das Motto des Tages, wird auch durch diesen Gottesdienst führen. Spätestens dann gegen 12 Uhr werden die Stände und Positionen besetzt sein. Mit dabei sind unter anderem das Stiftsmuseum mit dem Drucken von Lesezeichen und dem Schöpfen von Papier, das Krankenhaus mit "Gips für Kids" und Blutdruckmessungen für die Großen und die Diakonie mit Kistenklettern und dem Malen von Henna-Tattoos.

Die Pfadfinderinnen und die evangelische Jugend bringen eine Jurte voller Spiele mit, bei der Dombauhütte ist ein Kräftemessen im Riesen-Hamsterrad möglich. Im Tipi des evangelischen Kindergottesdienstteams werden unter anderem Gespräche geführt zum Beispiel über Erfahrungen in einer Ehe mit unterschiedlichen Konfessionen. "Zu mir oder zu dir?", heißt das Thema.

Einige wenige Angebote sind an bestimmte Uhrzeiten gebunden wie etwa der Gospelworkshop zum Mitmachen. Gemeinsam mit dem Chor aCHORd werden ab 13.30 Uhr in der evangelischen Kirche Lieder eingeübt, die die Sängerinnen und Sänger erst an diesem Tag kennenlernen. Domkantor Matthias Zangerle erklärt in beiden Kirchen die Orgeln und lädt dazu ein, es selbst einmal auszuprobieren mit dem Spielen. Kurz vor Festende, von 16 bis 16.40 Uhr, gibt der Chor Ad Sanctos ein kleines Konzert in der Michaelskapelle. Der Abschlusssegen wird um 17 Uhr auf dem Markt gesprochen.

Bis auf die Angebote an Speisen und Getränken, für die ein kleiner Beitrag zur Deckung der Kosten erhoben wird, ist alles frei. "Wir haben das Konzept so konzipiert, dass wir keinen Gewinn für einen bestimmten Zweck machen. Es soll niemand fernbleiben, nur weil er meint, er könne es sich nicht leisten", sagen Brigitte Messerschmidt und Marie-Louise Jordans-Theußen. Beim Gottesdienst hoffen sie auf Spenden für die Menschen in Ostafrika. Dort herrscht eine Hungersnot.

Ein ökumenisches Fest hatte es zuletzt vor über 15 Jahren gegeben. Außerdem bringen die beiden Kirchengemeinden in unregelmäßigen Abständen einen gemeinsamen Gemeindebrief heraus, nicht zum Tagesgeschehen, sondern zu Themen, die beide Konfessionen betreffen.

Quelle: RP
 
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