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Sonsbeck
Ein Feuerwehrmann kann viel erzählen

Sonsbeck: Ein Feuerwehrmann kann viel erzählen
Bürgermeister Heiko Schmidt (r.) und Wehrleiter Markus Lukas verabschiedeten vor der Gommanschen Mühle langjährige Mitglieder der Feuerwehr in den Ruhestand. Sie bedankten sich im Namen der Gemeinde auch bei den Ehefrauen mit einem Blumenstrauß. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Sonsbecks Feuerwehr verabschiedet drei Männer aus dem aktiven Dienst, die mehr als 40 Jahre stets zur Stelle waren. Von Erwin Kohl

Wer fast ein halbes Jahrhundert lang ehrenamtlich zu jeder Tages- und Nachtzeit für die Allgemeinheit bereit steht, hat sich den Ruhestand redlich verdient. Mit Norbert Büren, Johannes Hanßen und Günter Kaja verabschiedete die Freiwillige Feuerwehr Sonsbeck jetzt im Rahmen einer kleinen Feier im Kastell drei ihrer treuesten Kameraden nach 45 beziehungsweise 46 Jahren aus dem aktiven Dienst.

Auf die Kameradschaft muss das Trio aber auch künftig nicht verzichten. Denn es gehört der Ehrenabteilung der Feuerwehr an. "Es ist alles professioneller geworden. Früher wurde die Feuerwehr mehr als ein Freundschaftskreis gesehen", beschreibt Johannes Hanßen die Entwicklung in den zurückliegenden vier Jahrzehnten. Auch die Art der Einsätze habe sich stark verändert. Die klassische Brandbekämpfung sei deutlich in den Hintergrund getreten. "Es geht vielmehr um technische Hilfeleistung. Früher hatten wir zehn Einsätze im Jahr. Das waren hauptsächlich Brände. Heute sind es 50, darunter 40 Verkehrsunfälle", so Norbert Büren.

Die können an die seelische Belastungsgrenze und darüber hinausgehen. Bei der Verarbeitung der Erlebnisse waren Einsatzkräfte früher auf sich alleine gestellt. "Professionelle Betreuung gibt es doch erst seit 15 Jahren. Wir haben uns damals zusammengesetzt und uns gegenseitig geholfen", so Hanßen.

In einem Fall war das aber nicht nötig, erinnert sich Norbert Büren: "Wir kamen zu einem Unfall in der Furth. Die ganze Kreuzung war blutrot, mir blieb das Herz stehen. Es stellte sich aber heraus, dass eines der Unfallfahrzeuge Erdbeeren geladen hatte, die vom vorbeirollenden Verkehr zermatscht worden sind." Daneben haben sich in den Jahrzehnten eine Menge weiterer Anekdoten angesammelt, über die herzlich gelacht wurde. Zum Beispiel die Geschichte von dem Ara, der hoch oben in einem Baum am Sportplatz saß und sich beharrlich der Bitte seines Besitzers widersetzte, heimzufliegen. "Wir haben aus Xanten die Drehleiter angefordert. Als wir mit dem Korb oben ankamen, flog der Papagei weg und wartete zu Hause brav auf seinen Besitzer", so Hanßen.

Überhaupt spielt für eine Feuerwehr auf dem Lande Tierrettung eine große Rolle. Da ist die Katze im Baum noch eine leichte Übung. Größere Tieren sind da eher eine Herausforderung. "Wir hatten mal ein Pferd, das beim Versuch, vom Hänger zu springen, mitten auf der Seitenwand hängen geblieben ist. Wir haben das Hinterteil des Gauls dann solange mit Strohballen unterfüttert, bis er aussteigen konnte", erzählt Hanßen.

Idealismus, gute Kameradschaft und Vorbild für die Jugend sein führen die drei als Gründe an, sich der Feuerwehr angeschlossen zu haben. Künftig treffen sie sich bei Stammtischen und Kameradschaftsabenden oder helfen beim jährlichen Feuerwehrfest. Nur Johannes Hanßen wird die heiße Glut weiter begleiten. Er ist künftig für den Grill verantwortlich.

Rene Kaja wurde als Jugendfeuerwehrwart verabschiedet wie auch Josef van der Weyer, Heinz Janssen und Wilhelm Terhoeven als Sprecher der Ehrenabteilung. Ihre Arbeit übernehmen Johannes Hanßen (Sonsbeck), Friedhelm Wienen (Hamb) und Hans-Josef Nobis (Gesamtsprecher der Ehrenabteilung) .

Quelle: RP
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