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Sonsbeck
Ein Geburtstagskind wie "Ekel Alfred"

Sonsbeck: Ein Geburtstagskind wie "Ekel Alfred"
Wolfgang Närdemann gab in seiner Rolle als Erich ganz überzeugend das ewig nörgelnde Geburtstagskind und seine Frau Helga (Beate Dahms) bemüht sich, eine perfekte Party auszurichten. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Das Son' Theater feierte mit dem Stück "Genug ist nicht genug" im voll besetzten Kastell Premiere. Von Cornelia Krsak

Die Geburtstagsfeier ist noch nicht im Gange, doch Erich (Wolfgang Närdemann) hat schon jetzt die Nase voll. Seine Firma steht kurz vor der Insolvenz und ein Geburtstagsgast nach dem anderen sagt telefonisch ab. Ehefrau Helga (Beate Dahms) ahnt nichts von den beruflichen Problemen ihres Mannes. Sie ist bemüht, eine perfekte Party auszurichten, doch dem grantigen Erich ist einfach nichts recht zu machen...: Das Son' Theater feierte jetzt Premiere mit seinem neuen Stück "Genug ist nicht genug" im voll besetzten Kastell.

Wer eine Komödie mit lustigen Pointen am laufenden Band erwartete, wurde vermutlich enttäuscht. Eine Theaterbesucherin fühlte sich durch Wolfgang Närdemanns Darstellung des Familientyrannen Erich durchaus treffend an die Fernseh-Figur "Ekel Alfred" erinnert. Es waren eher die boshaften und vor Sarkasmus triefenden Dialoge, die einem das Lachen im Halse stecken bleiben ließen und den Reiz des Theaterstückes ausmachten. Helgas Schwester Evelyn (Regina Leurs) und ihr Mann Hagen (Christian Grune) erscheinen als einzige Gäste zu Erichs Geburtstagsfeier. Der Hausherr entpuppt sich als egoistisches Ekelpaket, das an niemandem ein gutes Haar lässt. Doch die Gäste wissen sich zur Wehr zu setzen. Beate Dahms als Erichs Frau Helga konnte einem wirklich leid tun, war sie doch für Erich nur die zweite Wahl, da sich ihre Schwester seinerzeit für Hagen entschieden hatte. Christian Grune sorgte als ausgemachter Tollpatsch dann doch für manche slapstick-reife Szene. Als die Feier aus dem Ruder zu laufen drohte, platze völlig unerwartet Helgas und Evelyns in den USA lebende Mutter Hetti (Renate Heursen-Janßen) in das Chaos hinein. Mit ihrer bevormundenden und gleichzeitig naiven Art brachte sie neuen Zündstoff in das ohnehin schon brodelnde Beziehungsgemisch. Ungeahnte Wahrheiten über die einzelnen Figuren kamen im Laufe des Stückes ans Tageslicht.

Am Ende gab es eine Überraschung. Christian Grune bedankte sich im Namen des ganzen Ensembles bei Winfried Cleve, der bis 2014 als Regisseur und Mitspieler das Son' Theater geprägt hat. "Du hast das Son' Theater zu dem gemacht, wie es sich heute darstellt", so Grune.

Noch lange nicht ans Aufhören denkt Renate Heursen-Janßen, die anlässlich ihres 30-jährigen Bühnenjubiläums geehrt wurde.

Quelle: RP
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