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Xanten
Ein heißer Tanz: Boogie-Woogie im Hafen

Xanten: Ein heißer Tanz: Boogie-Woogie im Hafen
Tepp-Schritt-Tepp-drück sie weg: Die Tanzlehrer Christoph Wille und Elke Wingarz-Bärsch brachten auf der Promenade im Hafen in Xanten Tanzwilligen die ersten Schritte auf dem Weg zum Boogie-Woogie-Profi bei. Nächsten Mittwoch ist Disco-Fox dran. FOTO: Christoph Reichwein
Xanten. Christoph Wille und Elke Wingarz-Bärsch geben Tanzunterricht vor der Südsee-Kulisse. Etwa 50 begeisterte Paare ließen sich animieren. Das ewige "Tepp-Schritt-Tepp" ist mit Sicherheit noch in den Ohren der Damen und Herren. Von Heidrun Jasper

Wo getanzt wird, da lass' dich nieder - oder tanze mit: Beides taten jetzt im Hafen viele Frauen und Männer, als die Tanzschule Wille aus Kamp-Lintfort zum Boogie Woogie unter freiem Himmel bat. Vor malerischer Kulisse ließen sich viele Zuschauer auf den Stufen an der Südsee nieder und schauten den Paaren zu, die sich auf dem Tanzparkett an der Promenade formierten. Ihr Ziel: die Grundschritte des Boogie Woogie hinkriegen.

Das war auch erklärtes Ziel von Christoph Wille, der wie auch Tanzlehrerin Elke Wingarz-Bärsch (49) sicher war: "Das kriegen wir hin." In einer Stunde wollten die beiden es schaffen, Anfängern den Sechser-Schritt zu vermitteln, "der früher in Bars getanzt und ein bisschen anrüchig war", so Wille. "Legen Sie alles Überflüssige ab, tendenziell wird es gleich wärmer", forderte der 52-Jährige die Tanzwilligen mit einer Prise Humor auf, sich zu formieren, die Damen mit dem Rücken zur Südsee, die Herren auf der gegenüberliegenden Seite, fünf Meter Abstand.

Und schon ging's los. Die Füße halb geschlossen, die Damen den rechten Fuß vor, die Herren den linken. "Tepp-Schritt-Tepp-Rück-Schließen-vor": Was sich so logisch und einfach anhörte und bei den beiden Tanzlehrern auch so ausschaute, bereitete vor allem einigen Herren durchaus Probleme. "Das Atmen nicht vergessen", erinnerte Christoph Wille seine Geschlechtsgenossen und beruhigte sie: "Das ist schon Hardcore-Tanzen." Denn mit der Koordination ist das so eine Sache. Dann auch noch mit der linken Hand die rechte der Partnerin greifen und ihr in die Augen anstatt auf die eigenen Füße gucken: Da kann Mann an seine Grenzen stoßen.

Aber aufgeben galt nicht, dafür sorgten nicht nur die Tanzlehrer, sondern auch die Partnerinnen. "Beim Tanzen ist es so, dass der Herr führt", machte Wille unmissverständlich klar, bevor er sich fünf Minuten ausschließlich um die Herren kümmerte und ihnen den nächsten Schritt auf dem Weg zum Boogie-Woogie-Profi zeigte: "Den Vorwärtsschritt ein bisschen diagonal wieder zurück, jetzt das Bein drehen, auch wenn sich das etwas linksbeinig anfühlt, als müsste man zur Toilette. Und dann ganz langsam drehen, rechts herum, die ganze Fläche ausfüllen, die Dame sanft an die Seite holen." Oh Mann: Spätestens an dieser Stelle kamen die Herren gehörig ins Schwitzen und bisweilen ins Schleudern.

Aber Christoph Wille weiß, wie man Männer motiviert. Schließlich ist der 52-Jährige schon seit 33 Jahren Tanzlehrer. "Die Herren müssen zwischendurch gelobt werden", forderte er die Damen auf, ihren Tanzpartner zu ihrem Helden zu erklären. Tepp-Schritt-Tepp-drück-sie- weg, das Ganze zu "Lollipopp" und "Surfin' USA": Am Ende der Gratis-Tanzstunde auf der Hafen-Promenade sah das schon ganz ordentlich aus, was die Damen und Herren da aufs provisorische Parkett legten.

Unter ihnen Nicole Langenfeld und ihre Tochter Tina (10). Sie tanze sehr gerne, aber Boogie Woogie würde sie noch nicht kennen, so die zehnjährige Tanzschülerin. Als bei beide wieder ins Auto stiegen und nach Dinslaken zurückfuhren, konnten sie es.

Tepp-Schritt-Tepp-Rück-Schließen-Vor: FZX-Leiter Wilfried Meyer hatte die Idee, im Hafen an vier Mittwochabenden im August mit der Tanzschule Wille Menschen zum Tanzen zu bringen. Salsa, Tango Argentina, Boogie-Woogie und nächsten Mittwoch Disco Fox, um 19 Uhr für Anfänger, um 20 Uhr für Fortgeschrittene. Dass die Tanzabende bislang so guten Zuspruch fanden, damit hatte auch Christoph Wille nicht gerechnet. Wenn zum Abschluss Disco Fox an der Reihe ist, dürften es noch einige Tanzwillige mehr sein, die sich auf den Weg zum Hafen machen. Eins steht jetzt schon fest: Die Tanzabende zum Nulltarif bleiben keine einmalige Sache. Es wird nächstes Jahr eine Wiederholung geben - same procedure as this year.

Quelle: RP
 
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