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Sonsbeck
Ein Leitfaden für aktive Integration der Flüchtlinge

Sonsbeck. 203 Asylsuchende leben zur Zeit in Sonsbeck, 32 von ihnen sind Kinder (0 bis 12 Jahre alt), elf sind Jugendliche (13 bis 17 Jahre). Unter den Flüchtlingen sind auch sechs Alleinreisende unter 18 Jahren, die dem Kreisjugendamt unterstehen und beim Verein "Besondere Kinder" untergebracht sind. Elf Flüchtlingskinder sind im schulpflichtigen Grundschulalter.

19 Prozent der Asylsuchenden in Sonsbeck haben ein bislang auf drei Jahre befristetes Bleiberecht, knapp sechs Prozent sind nur geduldet, sprich: Sie müssten eigentlich ausreisen, weil ihr Asylantrag abgelehnt worden ist. 75 Prozent haben nur eine sogenannte BüMA - Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender. Das ist ein vorläufiges Aufenthaltspapier mit einer begrenzten Gültigkeitsdauer, mit dem bestätigt wird, dass sich die Betroffenen nicht illegal in Deutschland aufhalten, sondern sie einen Asylantrag stellen wollen.

Alle, Kinder und Erwachsenen, möchte die Gemeinde ins Dorf- und Vereinsleben eingliedern und macht weiter mit ihrer Integrations-Politik. Bürgermeister Heiko Schmidt stellte in der Sitzung des Rates ein von der Verwaltung entwickeltes "Konzept zur nachhaltigen Eingliederung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Sonsbeck" vor. "Wir brauchen einen roten Faden", begründete Schmidt den Handlungsleitfaden. "Und wir müssen auch dem Jobcenter auf die Füße treten, dass da endlich was passiert, um Flüchtlinge auch die Arbeit zu integrieren".

Heißt im Klartext: Die Gemeinde möchte Asylbegehrende im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten in Praktika, Ausbildung und Beruf vermitteln. Denn während der Asylantrag bearbeitet wird, dürfen sie keiner Beschäftigung nachgehen. Ausnahme: Saisonarbeit, selbstständige Arbeit und gemeinnützige Tätigkeiten.

Im Erdgeschoss des Rathauses ist ein Integrationsbüro eingerichtet worden, das zu festen Zeiten geöffnet ist. Sprachpaten geben Deutsch-Unterricht, der Sportverein SV Sonsbeck lässt Asylsuchende kostenfrei an den Vereinsangeboten teilnehmen, die Pfadfinder bieten jeden ersten Donnerstag im Monat ab 18 Uhr ein offenes Treffen im Fuxbau an der Herrenstraße an, die Initiative Integratives Leben (INI) öffnet jeden dritten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr das "Café Tasse" in ihren Räumlichkeiten an der Wallstraße. Ehrenamtliche betreuen als "Hauspaten" jeweils eine der Flüchtlingsunterkünfte, stehen den Bewohnern als Ansprechpartner zur Verfügung, sehen regelmäßig nach dem Rechten.

Weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Sprachkurse fördert, hat sich die Verwaltung auf die Suche nach einem Bildungsträger gemacht und ist bei der Volkshochschule fündig geworden, mit der sie jetzt Sprachkurse einrichten will.

Und in Kooperation mit dem Bildungswerk Herne und der Jugendbildungsstätte am Forsthaus Hasenacker in Labbeck sollen Kinder von Zuwanderern dort die Möglichkeit bekommen, an einem integrativen zweiwöchigen Sprachcamp teilzunehmen. Jeden Tag wird Deutsch unterrichtet. Theaterpädagogische Projekte sollen den Kindern helfen, sich mit der deutschen Sprache spielerisch auseinanderzusetzen.

Bürgermeister Schmidt möchte auch die Vernetzung mit den Nachbarkommunen vorantreiben. "Wir dürfen nicht länger alle nur unser eigenes Süppchen kochen."

(jas)
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