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Musiksommer Xanten
Ein tierisches Vergnügen zum Abschluss

Musiksommer Xanten: Ein tierisches Vergnügen zum Abschluss
Götz Alsmann, wie er leibt und lebt. Der bekannte Münsteraner gab dem Stück "Peter und der Wolf" und auch der Suite "Karneval der Tiere" durch seine humorvolle Art eine unverwechselbare Note. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Xanten. Die neue Veranstaltungsreihe im Xantener Ostwallpark endete gestern mit einem leider verregneten Familientag. Musiker und TV-Moderator Götz Alsmann las, begleitet von Musikstudenten, das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" vor. Von Beate Wyglenda

Ausgerechnet zum Abschluss der Sommermusik zeigte sich das Wetter wenig sommerlich. Statt Sonnenschein gab es gestern beim zum Familientag Regen und dunkle Wolken. Entsprechend leer waren die Tribünenplätze. Nicht einmal 100 Gäste erlebten das tierische Konzertvergnügen mit TV-Moderator Götz Alsmann und den Meisterstudenten der Musikschulen von NRW mit. Fabelhaft sollte der triste Tag dennoch werden: Mit dem musikalischen Märchen "Peter und der Wolf" von Sergei Prokofiev sowie der Suite "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns ließ das Ensemble zumindest die Kinder strahlen.

Die Veranstalter machten das Beste aus der Situation. Regenponchos als Geschenk des Hauses, Sitzplätze in dem teilüberdachten VIP-Bereich, ein schneller Beginn des Programms auf der Bühne, heiße Getränke und süße Naschereien sollten die Gäste in Stimmung bringen. Die Pfützen wurden mit einem Abzieher noch schnell weggewischt, die Sitze mit Tüchern trockengelegt, und dann konnte der Spaß auch schon beginnen. Als der Entertainer mit dem schicken Anzug und der berühmten Tolle schließlich die Bühne betrat, war der Dauerregen bereits vergessen.

"An einem schönen Morgen öffnet Peter die Gartentür und geht hinaus auf die Wiese", las Götz Alsmann ohne Umschweife aus Prokofievs Geschichte vor und zauberte mit seiner bekannt humorvollen Sprache den Gästen sogleich ein Lächeln ins Gesicht. Heiter und schwungvoll begann unter Leitung von Peter von Wienhart nun auch die Musik zu spielen und langsam, ganz langsam, wagte sich sogar die Sonne hervor. Jung und Alt saßen gebannt auf den Stühlen, als der Unterhaltungskünstler das Märchen von "Peter und dem Wolf" erzählte.

Jede Figur entsprach einem anderen Instrument. Während Peter in seiner Art heiter, lebhaft, frech und fröhlich den Streichinstrumenten zugeordnet war, wurde etwa sein Großvater langsam und schwerfällig von dem Fagott vertont. Musikalisch untermalt erhielt die an sich einfache Handlung Intensität und Tiefe und entfaltete sich bildhaft in den Köpfen der Zuhörer. Dramatik entstand durch den tiefen und vibrierenden Ton der drei Hörner, als sich der Wolf lauernd dem Garten näherte.

Der klare und helle Ton der Querflöte sowie das schnelle, lebhafte Spiel veranschaulichten den Spaß des Vogels, als er dem Raubtier um den Kopf herumwirrte. Plötzlich und heftig tönten die Pauken, als die Jäger auf das Tier schossen. Im Triumphzug zum Zoo vereinten sich schließlich auch alle Instrumente und präsentierten die musikalische Fülle des Sinfonieorchesters. "Da sieht man mal, wie sehr Musik die Fantasie beflügelt", sagte Dagmara Spelleken.

"Das Stück ist wirklich für Kinder und Erwachsene interessant. Obwohl die Handlung so simpel ist, bekommt die Geschichte durch die Musik unheimlich viel Spannung", ergänzte Ehemann Torben Spelleken. Und Tochter Nadine (7) musste zugeben: "Als der Wolf die Ente fraß, habe ich mich total erschrocken." Nach einer kurzen Pause gab Götz Alsmann mit den Musikstudenten das Meisterstück von Camille Saint-Saëns, die Suite "Karneval der Tiere", zum Besten.

Das Werk für Kammerorchester, das der Komponist Zeit seines Lebens nicht für die Öffentlichkeit freigab, ist heute sein bekanntestes Werk. Es stellt instrumental vertont das Wesen der Tiere dar, darunter die Macht der Löwen, das Gezeter der Hühner oder die Schnelligkeit der Steppentiere.

Quelle: RP
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