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Xanten
Eindrucksvoller Blick in die Arbeit von Dieter von Levetzow

Xanten: Eindrucksvoller Blick in die Arbeit von Dieter von Levetzow
Bildhauer Dieter von Levetzow zeigt seine Werke in der besonderen Atmosphäre der evangelischen Kirche am Markt. FOTO: Olaf Ostermann
Xanten. Die Evangelische Gemeinde Xanten-Mörmter präsentiert Skulpturen und Medaillen des Künstlers in der Kirche am Markt.

Bildhauer Dieter von Levetzow ist sich der besonderen Atmosphäre der evangelischen Kirche am Markt bewusst, wie bei der Vernissage zu merken ist. Über zehn Skulpturen zeigt er dort. Die Vitrinen beheimaten kleinere Arbeiten und Medaillen, die von Levetzow zu besonderen Anlässen gearbeitet hat. So die Karl-Leisner-Medaille, deren Erstausgabe Papst Benedikt überreicht wurde. Duco van Krugten, Direktor des Museums Wasserburg Anholt, gab eine Einführung in sein Leben und Wirken. Die künstlerischen Wurzeln liegen in Weimar. Geboren 1925 in Bad Pyrmont, nahm er als 16-Jähriger sein Studium in Weimar auf. Von der Schule, die er als "Schockkammer" bezeichnet, war er zuvor geflogen. Ein Umstand, der ihn zu jener Zeit kaum beeindruckte. Schon damals stand für ihn die Kunst im Mittelpunkt, wie van Krugten feststellte.

Erst nach der Militärzeit und der polnisch-russischen Gefangenschaft beendete von Levetzow in Weimar sein Studium. Eine erste Anstellung bekam er als Bühnenbildner-Assistent im holsteinischen Heide. Schon bald führte ihn der Weg an den Niederrhein, in die Nähe von Straelen, wo er mit dem Maler Dieter Güllert eine Ateliergemeinschaft gründete.

Generell entwickelte sich die berufliche Situation in der Nachkriegszeit für von Levetzow gut, wenn auch ungewöhnlich, wie Lebensabschnitte auf der Insel Capri belegen. Dort arbeitete er einige Jahre im Auftrag des Bischofs von Sorrent als Bildhauer in der Kirche von Anacapri. Ende der 50er Jahre begann von Levetzow in Gießtechniken zu arbeiten. Die Auftragslage boomte.

Seit langem arbeitet er in seinem Kranenburger Atelier, im Haus Klarenbeck. Eine niederländische Gießerei ist Partner, zu deren Kundenkreis die ehemalige Königin Beatrix gehört. Einige seiner lebensgroßen Arbeiten sind in Kranenburg zu sehen wie der Forellenbrunnen. In Kleve ist es der Janusbrunnen, der Poortekerl auf der Emmericher Rheinpromenade, der Froschkönig und der Rhinkieker in Rees. Andere Arbeiten befinden sich in Privatbesitz, so die Vogeltränke, die ihren Platz bei der Familie Beitz hat. Seinen Skulpturen eigen ist eine Lebendigkeit, die sich nicht nur in Namen wie "Springinsfeld" oder "Schaukelndes Mädchen" widerspiegelt. Von Levetzow hält mit ihnen den Augenblick für die Ewigkeit fest, so zu erleben auch in Xanten.

Auf Podeste gestellt, entfalten die Skulpturen ihre Wirkung. "Seine Skulpturen sind am zahlreichsten", so van Krugten, der das Geheimnis des markanten Künstlers verriet. "Er lebt für die Kunst. Er ist agil und vielleicht produktiver als wir alle zusammen." Auf seinen Werdegang und sein Leben für die Kunst angesprochen, winkt der bald 90-Jährige ab, der gerade für 2016 eine Ausstellung im Ägyptischen Museum vorbereitet: "Ich kann nix anderes."

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Christiane Fischer-Wiggering und Gabriele Schepers-Wittig.

Die Ausstellung ist bis zum 6. September zu sehen.

(sabi)
 
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