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Sonsbeck
Eine Ministerin für die Frauen

Sonsbeck. Ina Scharrenbach war in Sonsbeck Gast beim politischen Frühstück der Frauen Union. Die neue NRW-Heimatministerin sprach über die Frauen im Rentenalter, teure Mieten und Flüchtlinge. Von Erwin Kohl

Am Samstag hatte die Frauen-Union der CDU im Kreis Wesel zu ihrem traditionellen politischen Frühstück ins Sonsbecker Kastell geladen. Dass sie mit Ina Scharrenbach ein Mitglied der neuen Landesregierung gewinnen konnten, war so nicht geplant. "Wir haben sie schon lange vor der Wahl als Landesvorsitzende der Frauen-Union eingeladen. Dass sie nun als Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung zu uns kommt, darf man wohl als einen echten Volltreffer bezeichnen", freut sich Anika Zimmer. In Ihrer Begrüßung lobte die Kreisvorsitzende das Engagement Ina Scharrenbachs im Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht: "Du hast den Opfern dieser Nacht eine Stimme gegeben. Wir von der Frauen-Union sind unwahrscheinlich stolz auf dich." Das belegte auch der anschließende Applaus der 125 Mitglieder im Kastell. Die Ministerin machte gleich zu Beginn deutlich, dass ihr die Gleichstellung von Mann und Frau besonders am Herzen liegt. Als eine erste Maßnahme möchte sie das Landesbeamtengesetz ändern.

Der abmildernden Passus "bei wesentlich gleicher Eignung" soll gestrichen werden: "Er ist von mehreren Gerichten als verfassungswidrig erklärt worden. Ansonsten bleibt das Gleichstellungsgesetz, wie es ist. Mit einer Frauenquote von 14 Prozent." Um das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern auszugleichen, möchte Ina Scharrenbach mehr Frauen für MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gewinnen. Denn Frauen mit entsprechendem Einkommen könnten in Zukunft auch als Lösung für ein Problem im Baubereich stehen. "Es fehlen Wohnungen im preissensiblen Segment und das betrifft vor allem Frauen, denn die leben länger als Männer. Dazu kommen niedrigere Renten und dann treffen im Alter Frauen ohne Geld auf den Wohnungsmarkt", so Scharrenbach. Mit "richtig viel Geld" aus Förderprogrammen möchte ihr Ministerium deshalb die kommunalen Interessen bei der Stadtentwicklung unterstützen. Die Geschäftsbereiche Kommunales, Bau und Gleichstellung werden laut Scharrenbach durch eine Brücke namens Heimat zusammengeführt. In einem lockeren Plauderton erläuterte die gebürtige Westfälin anhand der aktuellen Geschehnisse in den USA, was Heimat ausmacht: "In Amerika regiert ein Mann, der offensichtlich schneller redet, als er denkt. Das beunruhigt, weil man es nicht einschätzen kann. Deshalb ist Heimat so wichtig. Man geht zu seinem Nachbarn und fragt ihn, ob er die Nachrichten gehört hat.

Anika Zimmer, Kreisvorsitzende der Frauen Union. FOTO: Fischer

Als Frau sagt man dann: Mach erstmal eine Flasche Sekt auf." Auch was die Zuwanderung betrifft, sei das Thema Heimat enorm wichtig, versichert die Christdemokratin: "Wir nehmen fremde Menschen auf, vermitteln ihnen unsere Traditionen und damit eine neue Heimat." Im Anschluss beantwortete die stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Fragen aus dem Publikum, zum Beispiel die nach der Verortung des Geschäftsbereiches Gleichstellung zwischen Kommunales und Bauen: "Bauen mit Frauen ist ein wichtiger Grundsatz bei der Stadtentwicklung. Zahlreiche Maßnahmen wie etwa abgesenkte Bürgersteige gehen auf Ideen der Frauen zurück. Sie gehen mit einem anderen Blick durch die Stadt und deshalb passt das Thema Gleichstellung sehr gut zu Kommunales und Bau und die Heimat wird ohnehin oft von Frauen gestaltet." Am Ende ermutigte die Landesvorsitzende die FU-Frauen, sich aktiv einzubringen: "Wir leben davon, was von der Basis kommt. Ihre Hinweise fließen in die Landespolitik ein."

Quelle: RP
 
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