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Nicaragua-Tagebuch
Eine Rheinbergerin im Regenwald

Nicaragua-Tagebuch: Eine Rheinbergerin im Regenwald
FOTO: Armin Fischer
Xanten. Tag für Tag Reis und Bohnen, jede Menge Regen und eine supernette Gastfamilie: Das Leben in Nicaragua ist anders als das in Rheinberg.

Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich bald jeden Tag Reis mit Bohnen zum Frühstück essen würde, hätte ich demjenigen wahrscheinlich nicht geglaubt. Ich hätte es aber genauso wenig geglaubt, wenn man mir gesagt hätte, dass ich es genießen würde, wenn es wie aus Eimern regnet. Aber so ist es. Gallo Pinto, so heißt das Reis-Bohnengericht, ist das klassische nicaraguanische Frühstück, und Regen kommt im Regenwald nun auch schon mal vor. Besonders gerne auch zur Regenzeit. Wer hätte das gedacht?

Aber nun mal von Anfang an. Mit gepackten Rucksäcken am Flughafen zu stehen, und mich von meiner Familie für ein Jahr zu verabschieden, war schon ein seltsames Gefühl. Doch spätestens in Nicaragua angekommen und herzlich von unseren Vorgängern in Empfang genommen, übernahmen Vorfreude und Neugierde die Oberhand.

Nueva Guinea, mein neues Zuhause, ist in etwa so groß wie Rheinberg, wirkt aber noch... übersichtlicher. Mein Einsatzort ist die Montessorischule Jan Amos Comenius, wo ich Deutsch- und Englischunterricht mit meinen drei Mitfreiwilligen gebe. Die Schule selbst ist an einem kleinen Hang gebaut, grün bewachsen, mit offenen Klassenzimmern. In den Bäumen fliegen Schmetterlinge und Kolibris herum und angeblich soll es dort auch Faultiere geben. In der Unterrichtsgestaltung sind uns eigentlich keine Grenzen gesetzt, je kreativer, desto besser. An die Lehrerrolle muss ich mich allerdings erst noch gewöhnen, schließlich bin ich selbst ja gerade erst mit der Schule fertig geworden und soll nun selbst Kindern etwas beibringen.

Das mit Abstand Schönste an meinem ersten Monat hier ist aber meine Gastfamilie. Ich habe noch nie mit so vielen Menschen unter einem Dach gewohnt, geschweige denn mir zu dritt ein Zimmer oder Bett geteilt. Ich genieße jeden Tag mit meiner "Familia-Nica" und würde am liebsten das ganze Jahr dort wohnen bleiben.

Dort zu leben, hat mich der nicaraguanischen Kultur deutlich näher gebracht und natürlich auch meinen Spanischkenntnissen auf die Sprünge geholfen. Sich um Fettnäpfchen herumzuschlängeln hat bisher auch ganz gut geklappt. Aber ein kleiner Tipp am Rande: Immer "Ja" sagen, auch wenn, oder vielleicht gerade weil man nichts versteht, ist eher nicht zu empfehlen. Ich bin sehr gespannt, wie es hier für mich weitergeht. Ich lasse von mir hören.

Ach ja, und Reis mit Bohnen gibt es übrigens auch zum Mittag- und Abendessen...

AUTORIN MARESA OTTEN (18) AUS RHEINBERG VERBRINGT EIN FREIWILLIGES SOZIALES JAHR IN NICARAGUA IN MITTELAMERIKA.

Quelle: RP
 
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