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Xanten
Eine-Welt-Gruppe feiert 30-Jähriges

Xanten: Eine-Welt-Gruppe feiert 30-Jähriges
FOTO: Ostermann Olaf
Xanten. Seit dem 13. Oktober 1987 ist die Eine-Welt-Gruppe Xanten ein Verein. Früher ging es um fairen Handel und Gerechtigkeit, heute um Entwicklungshilfe und Flüchtlingspolitik. Von Heidrun Jasper

"30 ist nichts Aufregendes. Aber es ist Gelegenheit, Rückblick zu halten und nach vorne zu schauen": Das taten Dr. Wolfgang Schneider, Klaus Wolfertz und Anette Artz und ließen im Gespräch mit der Presse das 30-jährige Bestehen der Eine-Welt-Gruppe Xanten (EWGX) Revue passieren. Elisabeth Bergmann, die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Ilse Falk, Waltraud Michels, Hildegard Garske, Monika van Husen, Agnes Verfuß, Fritz Nusser und Dr. Wolfgang Schneider hatten aus der EWGX am 13. Oktober 1987 einen eingetragenen Verein gemacht, "vorher waren wir eine Spontangruppe", so Vorsitzender Dr. Schneider. Früher habe man sich vor allem den fairen Handel und Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben; heute geht es um fairen Handel, Entwicklungshilfe und Flüchtlingspolitik. "Die Gewichte haben sich verschoben".

Anette Artz ist für den Eine-Welt-Laden an der Kurfürstenstraße zuständig, das Herzstück der Eine-Welt-Gruppe. Der Laden werde gut besucht, die Kundschaft sei aufgeschlossen. Dass Supermärkte inzwischen auch fair gehandelte Lebensmittel in den Regalen haben, merke man aber durchaus: "Die Produktpalette im Weltladen hat sich verändert, der non-food-Bereich ist deutlich größer geworden", bestätigt Anette Artz. 35 bis 40 Frauen und Männer arbeiten ehrenamtlich mit, "und es finden sich immer wieder Menschen, auch jüngere, die mitarbeiten wollen", freut sich Dr. Wolfgang Schneider.

FOTO: Klaus Wolfertz

Wie wichtig fairer Handel ist, zeigt Klaus Wolfertz auf, der über den Freundeskreis Nigeria zur EWGX gekommen ist: "Der Konsum hat um 500 Prozent zugenommen", hat die Christliche Initiative Romero CIR in Münster ermittelt. Heißt im Klartext: Statt einem T-Shirt kauft der Kunde heute gleich fünf, weil die ja so günstig sind! Dass dem so ist, dafür sorgen 40 Millionen Näher, die weltweit und für geringen Lohn und unter schlimmen Bedingungen in der Modeindustrie arbeiten, 85 Prozent von ihnen sind Frauen.

Fairer Handel: Bei der EWGX wird er nach wie vor groß geschrieben. Und zum Jubiläum gehen die Mitglieder im Oktober back to the roots, machen in dem Weltladen Themenwochen auf sich aufmerksam. "Wir haben mit Kaffee, Tee, Honig vor 30 Jahren angefangen, also bieten wir auch Kaffee, Honig und Tee an", so Anette Artz. Und was früher Jutetasche hieß, nennt sich heute Baumwolltasche. Auch die verkauft die EWGX zum Jubiläum, für zwei Euro das Stück.

FOTO: Klaus Wolfertz

Auch die Aktion Stromkästen-Bemalen ist eine Initiative der Eine-Welt-Gruppe. Zuständig dafür ist Klaus Wolfertz; die Stadt, die 2012 offiziell als "Fairtrade-Stadt" ausgezeichnet wurde, unterstützt die Aktion, die vom RWE finanziert wird. Weil es in Xanten mehrere 100 gibt, habe man sich auf die Innenstadt konzentriert; Pfadfinder, Kindergärten, Schulen und Maria de Conceicao Cavalcanti Heinich hätten inzwischen zwölf von 47 Kästen bemalt. Wenn alle Kästen bemalt sind, kommt ein kleiner Aufkleber drauf, wer den Kasten bemalt hat.

Quelle: RP
 
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