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Xanten
Eltern und Lehrer als Clowns und Akrobaten in der Manege

Xanten. Die Botschaft kam an: Egal welcher Hautfarbe und Nationalität, Körperstatur und Haarfarbe - "in der Manege des Zirkus treffen sie sich alle, spielen und singen, lachen und weinen miteinander, bauen zusammen Pyramiden. Glauben wir fest daran, dass dies irgendwann einmal möglich ist". Mit diesen Worten endete gestern Morgen eine Vorstellung, die Lehrer und Eltern vor Kindern der Hagelkreuz-Grundschule im Zirkuszelt am Dorfplatz gaben, das eigens für ein Zirkusprojekt an der Schule aufgebaut wurde. Von Heidrun Jasper

"Seid ihr gut drauf?", fragte Janina Sperlich die Kinder und erklärte kurz kleine Regeln, ohne die es in einem Zirkus nicht geht: Nicht über die Bänke in der Loge klettern, im "Sattelraum" hinter dem roten Vorhang für den Auftritt bereitmachen und vor allem nicht reden oder lünkern, kein Grünzeug abreißen und damit die Tiere (Ponys und Ziegen) füttern - "das könnte giftig sein". Lieber von daheim Möhren mitbringen, das mögen sie - nur Felix, das alte Pony, darf sie nicht essen: Er kann nicht kauen, weil er keine Zähne mehr hat!

"Eure Lehrer und Eltern haben Fieber mitgebracht. Lampenfieber nennt man das. Das geht weg, wenn man ganz laut klatscht": Das ließen sich die Kinder im "Zirkus Lüttinelli" nicht zweimal von Janina sagen. Sie ist die Tochter von Gerhard Sperlich, der mit seiner Frau Florina den "Circus Gerhard Sperlich" aufgebaut hat - ein Zirkus, der sich insbesondere mit Blick auf offene Projektarbeit in Schulen einen Namen gemacht hat. Edwina, Robert, Enrico, Georgina, Angelina gehören neben Janina zur Familie; sie helfen den Grundschulkindern, über sich hinaus zu wachsen und sich als Fakire, Zauberer, Clowns, Seiltänzer, Akrobaten und Feuerschlucker zu versuchen.

Doch bevor sie ab Freitag in der Manege zeigen, was sie gelernt haben, waren gestern die Lehrer und Eltern an der Reihe. Und Valentina Avvisati und Viktor Hartung hatten ihren großen Auftritt: Die Zehnjährigen sangen mit tatkräftiger Unterstützung aller Kinder das Lied, mit dem die Zirkusvorstellungen eröffnet werden - "ein Hoch auf uns, auf unsere Schule, auf den Moment, der immer bleibt". Danach ging es Schlag auf Schlag. Rektor Munkes zauberte Hasen aus einem Hut, Wilhelm Tell schoss einem Clown den Luftballon vom Kopf, Fakire liefen barfuß über einen "Nagel"-Teppich, strichen sich mit Feuerfackeln über die Handflächen. Konrektorin Hommen fegte als Clown die Manege und wäre doch so gerne lieber eine Biene: "Die haben ein System entwickelt, da kannst du essen und trinken, ohne zu arbeiten". 16 Eltern traten als Akrobaten auf, bauten Pyramiden, schlugen Rad, zeigten Stützübungen und machten deutlich, dass man nur dann zusammen stark ist, wenn sich der eine auf den anderen verlassen kann.

Fünf Vorstellungen geben die Kinder der Hagelkreuzschule im Zirkuszelt auf dem Dorfplatz: Freitag, 29. Mai, um 10 Uhr, 14 Uhr und um 17 Uhr; Samstag, 30. Mai, um 11 Uhr und um 14 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro (Erwachsene), Schüler zahlen zwei Euro, Kindergartenkinder einen Euro.

Quelle: RP
 
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