| 00.00 Uhr

Unsere Woche
Entschlossen vorangehen

Unsere Woche: Entschlossen vorangehen
FOTO: Fischer Armin
Xanten. So entschlossen wie im Rat hat man Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel noch in keiner öffentlichen Sitzung erlebt. Sichtlich beeindruckt und ergriffen von dem Bahnunfall in Alpen, bei dem der 15-jährige Gunnar aus Millingen sein Leben verlor, berichtete Tatzel in der Stadthalle von der bewegenden Abschiedsfeier, bat um eine Schweigeminute für den Jungen und stellte nachher unmissverständlich klar, dass er sich zusammen mit seinem Alpener Amtskollegen Thomas Ahls für mehr Sicherheit an den unbeschrankten Bahnübergängen einsetzen werde. Ein starker Auftritt, wie er sich für einen Bürgermeister gehört. Von Uwe.plien@rheinische-Post,de

Tatzel hat Initiative gezeigt und ist vorangegangen. Das hätte er auch in einem anderen Fall tun sollen. Der Rheinberger Herbert Rech hatte ein brauchbares Konzept zur Bekämpfung des Ladenlokal-Leerstands vorgelegt. Die Reaktion der Stadt war - sagen wir es vorsichtig - dürftig. Wenn sich ein erfahrener Immobilienmakler im Ruhestand so konkret und detailliert äußert und sich anbietet, muss man ihn an die Hand nehmen und ihn einbinden. Das ist leider nicht passiert. Politik (Ausnahme: die Grünen) und Verwaltung haben Rechs Vorstoß keine oder zu wenig Beachtung geschenkt, so dass der Initiator sich jetzt beleidigt zurückzieht. Schade, ein klassischer Fall von Chance vertan. Wäre durch Rechs Mithilfe nur ein Ladenlokal vermietet worden, hätte sich mehr Engagement schon gelohnt.

Für den "Normal-Bürger" ist es nicht ganz einfach zu verstehen, was rund um das Underberg-Freibad passiert. 200.000 Euro Einsparungs-Ansatz im Haushaltssicherungskonzept gestrichen, keine Absicht, das Bad 2020 zu schließen - ja was denn nun? Unser Tipp: Dieses Thema sollte die Stadt - der Bürgermeister - mal in einer öffentlichen Sitzung transparent darstellen, damit es auch Normalsterbliche verstehen können. In einer klaren Sprache, ohne sich hinter sperrigem Verwaltungs-Chinesisch zu verstecken.

Gleiches gilt für die Trinkwasser-Diskussion. Nach der Rheinberger Rat-Schelte wollen die Bürgermeister von Alpen, Sonsbeck und Xanten nicht die Buh-Männer sein, zeigen auf ihre Räte und verweisen auf die Zuständigkeit der Gesellschafterversammlung des Kommunalen Wasserwerks. Der gehören - Achtung - auch diese drei Bürgermeister an. Wenn man will, kann man auch dieses Thema transparent gestalten.

In diesem Sinne: ein angenehmes Wochenende!

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Unsere Woche: Entschlossen vorangehen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.