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Zum Sonntag
Erstkommunion - die Freundschaft mit Jesus

Xanten. An den Sonntagen nach Ostern finden in vielen katholischen Gemeinden die Feiern der Erstkommunion statt: die erste Begegnung mit Jesus in der Gestalt des Heiligen Brotes. Ein Ereignis, das nach wie vor im Leben der Kirche große Bedeutung hat und das in den Familien besonders gefeiert wird.

Bei mir ist es nun mittlerweile 51 Jahre her, dass ich zur Ersten Heiligen Kommunion gegangen bin. Damals waren die Feierlichkeiten bescheidener. In meiner Heimatgemeinde St. Mariä Himmelfahrt, Ossenberg begann die Hl. Messe am Weißen Sonntag um 8.30 Uhr. Es galt das Nüchternheitsgebot, so dass wenigstens eine Stunde vorher nichts gegessen und getrunken werden durfte. Zur Vorbereitung gehörte selbstverständlich auch, dass wenige Tage zuvor noch einmal gebeichtet wurde. Die Begegnung mit Jesus sollte möglichst "reinen Herzens" geschehen. Ich erinnere mich gut, dass meine innere Anspannung in dieser Zeit groß war, weil ich alles, was mit diesem besonderen Ereignis zu tun hatte, richtig machen wollte. So musste auch das Dankgebet "O mein Heiland, großer König ...", das nach der Kommunion von allen Kindern gemeinsam gesprochen wurde, gut auswendig gelernt werden. Und als endlich der große Tag kam, kam auch der große Regen. Den ganzen Tag hat es geregnet; der Weg der Kommunionkinder vom Pfarrheim zur Kirche musste unter Schirmen zurückgelegt werden; später, während des Frühstücks, prasselten die Regentropfen Zuhause an die Fenster; und auch die wenigen Fotos, die von meinen Eltern, den Paten, meiner Oma und mir am Nachmittag gemacht wurden, mussten unter dem Vordach der Haustür "geschossen" werden, weil es immer noch regnete.

Dennoch war es ein eindrucksvoller und bewegender Tag, von dem sehr viel lebendig geblieben ist. Denn dieser Tag war tatsächlich ein Beginn! Es war der Beginn meiner tiefen Freundschaft mit Jesus. Von jetzt an ging ich an jedem Sonntag nicht nur zur Hl. Messe, sondern auch zur Hl. Kommunion. Und im Laufe der Jahre und Jahrzehnte wurde die Sehnsucht nach der Begegnung mit Jesus Christus nicht schwächer, sondern größer, ganz im Sinne des Dankgebetes von damals: "Sieh nun sollst du alles haben, was in meinem Herzen ist, alles leg ich dir zu Füßen, weil du ja mein König bist!" Dass ich das alles so erleben durfte, ist für mich ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin. - Allerdings scheint sich heutzutage etwas geändert zu haben. Oft erlebe ich heute, dass die Zeit der Vorbereitung für viele eine Pflichtübung ist. Und dann, in den Tagen, Monaten und Jahren nach der Erstkommunionfeier, sind es nur noch wenige Kinder, die ihre Freundschaft mit Jesus in der Eucharistie pflegen. Dabei hat Jesus selbst die Apostel und uns alle eingeladen, ihm verbunden zu bleiben und aus der Kraft der Eucharistie zu leben: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!" Das ist sein Auftrag an uns. Allen Erstkommunionkindern und ihren Familien möchte ich Mut machen, die Freundschaft mit Jesus dauerhaft zu leben. Es lohnt sich! Das kann ich aus Erfahrung sagen.

AUTOR KLAUS WITTKE IST PROPST DER ST.-VIKTOR-GEMEINDE XANTEN.

Quelle: RP
 
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