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Es geht: Goch verbannt Lkw aus der City

Analyse: Es geht: Goch verbannt Lkw aus der City
An einigen Kreuzungen in Goch stehen die gelben Schilder, die den Lkw den Weg weisen, schon, die restlichen sollen nach der Sanierung des Ostrings aufgestellt werden. FOTO: Julia Lörcks
Xanten. Während in Xanten noch über die Klassifizierung einzelner Straßen diskutiert wird, setzt die Stadt Goch nach der Sanierung des Ostrings - vermutlich Mitte November - das Projekt "Effiziente und stadtverträglich Lkw-Navigation" um. Von Julia Lörcks

In Xanten ist eine Diskussion um den Lastwagenverkehr in der Innenstadt entbrannt. Auslöser ist ein Bürgermonitor-Artikel vom 30. Juni, in dem sich Anwohner Andreas Radovanovic über den Schwerlastverkehr auf der Poststraße beschwert. Es sei laut, Straße samt Bordsteine würden beschädigt und müssten mit Steuergeld wieder repariert werden. Also stellte er einen Bürgerantrag. Mit diesem wollte er den Rat, der übrigens am Donnerstag, 19. Oktober, 17 Uhr, öffentlich tagt, dazu bringen, sich noch einmal intensiv mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Das ist auch erfolgt. Das Thema "Lastwagenverkehr auf der Poststraße" hat sich in der Stadt zu einem regelrechten Streitthema entwickelt. Auf der einen Seite die Verwaltung, der angeblich die Hände gebunden sind. Auf der anderen Seite die Anwohner, die im Xantener Bezirksausschuss lautstark ihren Unmut kundtaten.

Mittendrin: Die Politik, die sich zuletzt für die Betroffenen stark machte. Sie beauftragte die Verwaltung, noch einmal alles auf den Kopf zu stellen. Genauer gesagt soll es eine Verkehrszählung geben. Zudem soll geprüft werden, ob die Einstufung der Poststraße als Hauptverkehrsstraße überholt ist. Dann würden rechtliche Bedenken gegen ein Lkw-Durchfahrverbot entfallen. Ferner soll die Klassifizierung des Holzweges geprüft werden. Zudem soll das derzeit in Arbeit befindliche Verkehrskonzept über die Kernstadt hinaus erweitert werden - zu einem Verkehrsentwicklungsplan für die gesamte Stadt Xanten.

Zuletzt sollen Sofortmaßnahmen angestoßen werden, wie zum Beispiel ein Display, das den Autofahrern die Geschwindigkeit anzeigt, stationäre Blitzer und eine zusätzliche Beschilderung an den Umgehungsstraßen, die auf die Gewerbegebiete hinweisen.

Die CDU brachte allerdings auch die Stadt Goch ins Spiel. Das nahm die Redaktion zum Anlass, um dort einmal nachzuhören - mit dem Ergebnis: Nach der Fahrbahnsanierung des Ostrings - vermutlich Mitte November - verbannt Goch die Lastwagen aus der Innenstadt. Damit wird das Projekt "Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation", wie Gochs Pressesprecher Torsten Matenaers sagte, komplett in die Tat umgesetzt.

Effiziente und stadtverträglich Lkw-Navigation - was ist das eigentlich? Nach Angaben von Matenaers handelt es sich dabei um ein Projekt der Industrie- und Handelskammern der Bezirke Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein, Niederrhein, Wuppertal, dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg und dem Dienstleister mobil-im-Rheinland, dem sich die Stadt Goch angeschlossen hat. Genauer gesagt hat die Wirtschaftsförderung eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Projektziel ist die Festlegung abgestimmter Lkw-Routen für den Schwerlastverkehr sowie die Erfassung wichtiger Beschränkungen. Damit sind die Restriktionen in Form von Verbotsschildern für den Schwerlastverkehr gemeint.

Während die Stadtverwaltung Xanten vor allem mit der Klassifizierung der Poststraße - Stichwort Hauptverkehrsstraße - argumentiert, scheint das für die Stadt Goch keine Rolle zu spielen. Anlass der Initiative sind die negativen Auswirkungen der Entwicklung im Lkw-Verkehr für das Anlagevermögen der Straßenbaulastträger. Heißt: Der Schwerlastverkehr macht die städtischen Straßen kaputt - und das kostet richtig viel Geld.

Und überhaupt: Geht nicht, gibt es eigentlich nicht. Nach RP-Informationen darf auch eine Hauptverkehrsstraße für Lastwagen gesperrt werden. Dafür müssen allerdings schwerwiegende Gefahren und Belastungen vorliegen.

Quelle: RP
 
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