| 00.00 Uhr

Sonsbeck
Es gibt kein Patentrezept für einen Schutz gegen Starkregen

Sonsbeck: Es gibt kein Patentrezept für einen Schutz gegen Starkregen
"Wir wollen auf jeden Fall Lösungen finden", versprach Bürgermeister Heiko Schmidt in der Versammlung. FOTO: Olaf Ostermann
Sonsbeck. Wird aus der Grünen Perle eine Blaue Lagune? Sonsbeck steht weiterhin unter dem Eindruck der Überschwemmungen im Juni. Eine Info-Veranstaltung im Kastell sollte die Geschehnisse aufarbeiten. Von Sabine Hannemann

Die Gemeinde Sonsbeck hatte zur Informationsveranstaltung ins Kastell geladen. Die Erlebnisse rund um die Starkregenereignisse und die Folgen für die grüne Perle bestimmten den Abend. Über Fragebögen konnten im Vorfeld Themenschwerpunkte ausgemacht werden. Bürgermeister Heiko Schmidt: "Wir haben dasselbe Ziel. Mehr Sicherheit. Aber das ist bei unserer Situation nicht ganz einfach. Es gibt kein Patentrezept."

Etwa 60 betroffene Bürger kamen, um sich auszutauschen, um neue Informationen zu bekommen, wie sich die Gemeinde bei erneuten starken Regenfällen aufstellen wird. Welche Hilfen kann im Ernstfall die Gemeinde stellen, was können Bürger selber in die Hand nehmen? Die Themenvielfalt war enorm. Auf das Podium hatte Bürgermeister Heiko Schmidt Mitarbeiter der Gemeinde aus den entsprechenden Abteilungen wie Georg Tigler, Jürgen Köhlitz und Martin Grunenberg geholt.

Einen Rückblick auf die Ereignisse gab dazu Prof. Dr. Dietmar Schitthelm, Vorsitzender des Niersverbands. Statistisch gesehen seien diese Ereignisse "sehr selten und passieren einmal in 10 000 Jahren", sagte Schitthelm. Ein Umstand, der Sonsbeck allerdings vor weiteren solchen Regenfällen auch in näherer Zukunft wohl nicht verschone. Klimatische Veränderungen seien dafür mitverantwortlich, wie eben das Tiefdruckgebiet, das für extremen Starkregen gesorgt hatte. Generell, so Schitthelm, habe das Phänomen Starkregen und steigender Grundwasserspiegel zugenommen. "Gewitter bereiten auch dem Niersverband Sorgen", so Schitthelm. Die Frage ist folgerichtig: Wird aus der Grünen Perle eine blaue Lagune? "Wir wollen auf jeden Fall Lösungen finden", sagt Bürgermeister Schmid. Aus dem Publikum wurden Vermutungen geäußert, dass durch die Kanalsysteme im Neubaugebiet mehr Regenwasser in die Kanäle gelange. Schitthelm riet generell dazu, künftige Kanalbaumaßnahmen großzügiger zu planen. "Kanalsysteme müssen wir größer dimensionieren, um einen größeren Schutz zu erzielen", so auch der Bürgermeister. Abwassermanagement ist gefragt, auch im Gespräch mit Nachbarkommunen.

Vor allem stellte sich offenbar die Frage nach der Aufnahmekapazität der Ley. Dass sie bis heute an verschiedenen Stellen zugemüllt sei, kam als Anmerkung aus dem Publikum. Schitthelm appellierte auch an die Grundstückseigentümer und Flächeninhabern an Gewässern, Abschnitte zur überprüfen. Aus dem Publikum kann die Anmerkung, dass nicht allein das Wasser von oben das Problem sei, sondern auch das Wasser, das von unter in die Häuser dränge. Daher sei auch das Messen des Grundwasserstandes unerlässlich. Schitthelm: "Wir vermessen alle Gewässer und ihre Leistungen. Die Ergebnisse werden 2018 vorliegen. Dann werden wir wissen, welche Durchlässe und Querungen zu klein sind."

Von der Gemeindeverwaltung wurde die Info-Veranstaltung als konstruktiver Dialog bezeichnet. Das Aufgabenfeld ist klar abgesteckt. Anlagen und Durchlässe werden überprüft und verbessert. Jürgen Köhlitz ist in der Gemeinde ständiger Ansprechpartner, die politischen Ausschüsse haben Arbeit genug. Im Nachgang soll ein Flyer erstellt werden; weitere Informationen zum Thema sollen zeitnah auf die Homepage, Transparenz ist angesagt. "Wir bieten den Bürgern an, sich für ihren Hausschluss an den Terminen der TV-Kamera-Befahrungen der Kanäle zu beteiligen", bot Tigler eindringlich an.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Sonsbeck: Es gibt kein Patentrezept für einen Schutz gegen Starkregen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.