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Xanten
Etwas dröge, aber Gold wert

Xanten. 4,38 Millionen Zuschauer sahen die in Xanten angesiedelte WDR-Krimikomödie "Ein Fall Für Fingerhut". Wirklich viel sah man von der Stadt nicht. Die TIX freut sich dennoch über einen großen Werbeeffekt. Von Josef Pogorzalek

Zum Glück war die Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag Abend recht kurz. So konnte Bürgermeister Christian Strunk nach Hause eilen, um die Krimikomödie "Ein Fall für Fingerhut" zu sehen. Insgesamt verfolgten 4,38 Millionen TV-Zuschauer, wie die Xantener Gärtnerin Carla Fingerhut, alias Cordula Stratmann, zwei Mordfälle löste.

Damit war der zur besten Sendezeit ausgestrahlte Film einer der Quotenrenner des Tages. "Das war für die Stadt Gold wert", freute sich Strunk gestern. Zwar fand er die Hauptdarstellerin und die Handlung "etwas dröge". "Aber die Bilder aus Xanten waren fantastisch."

"Ein schöner deutscher Krimi"

Auch Peter Friese, Chef der Tourist Information (TIX), war nach dem Fernsehabend zufrieden. Klar, wer auf Action, Bumm-Bumm und Verfolgungsjagden aus sei, werde wohl enttäuscht gewesen sein. "Es war ein schöner deutscher Krimi mit netten Dialogen und einer sympathischen Darstellerin", urteilte Friese. "Der Film sprach eine bestimmte Zielgruppe an, die für uns wichtig ist und die Geld nach Xanten bringt."

Friese wurde im Abspann des Films namentlich erwähnt. Die TIX hatte das Filmteam im Vorfeld und bei den Dreharbeiten im Sommer 2009 nach Kräften unterstützt. Zwei Tage lang graste Friese mit dem "Location Scout" des Produktionsteams Xanten und Umgebung nach geeigneten Drehorten ab. "Am Ende waren wir fast so weit, zu sagen: Wir lassen es bleiben." Denn die Xantener hätten sich gegenüber den Filmleuten eher reserviert gezeigt.

Das sei wohl ein Grund, warum nicht übermäßig viel von der Stadt im Film zu sehen war: APX und die Stadt aus der Luft, ein bisschen Klever Straße, etwas Altrhein, das Innere der Marienbaumer Wallfahrtskirche (im Dom durfte nicht gedreht werden). "Leider sind auch einige Szenen entfallen, in denen die Stadt eine Rolle spielte", bedauert Friese. Zum Beispiel, wie Stratmann/Fingerhut durch die Dom-Immunität radelt.

Viele Szenen seien aus Kostengründen außerdem im Kölner Raum gedreht worden. So liegt das "Hotel Mühlengrund", wo Carla Fingerhut über den ersten Mord stolperte, nicht wirklich "nach Lüttingen raus", wie Carlas Mutter (Grit Böttcher) erwähnte. Auch das malerische Schloss, in und an dem der Hauptteil der Handlung spielte, steht leider nur in der Filmwelt bei Xanten.

Szenen für den Imagefilm

Vor allem die herrlichen Bilder der Stadt aus der Vogelperspektive, die am Anfang der Krimikomödie gezeigt wurden, schienen wie für einen Werbefilm gemacht. Das hat auch die TIX erkannt. Sie kaufte von der Produktionsfirma Material auf, das nicht in den Fernsehfilm aufgenommen wurde. Es wird in den aktuellen, im Sommer 2009 veröffentlichten, Imagefilm über Xanten eingebaut. Die Erstauflage von 5000 Exemplaren ist fast vergriffen. Für die zweite Auflage wird der Film überarbeitet. Auch Aufnahmen der neuen Attraktionen – Hafen Xanten, Stiftsmuseum, Nibelungen(h)ort – ergänzen künftig den Imagefilm.

Quelle: RP
 
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