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Xanten
Fahrradstraße wird Stadt zum Verhängnis

Xanten: Fahrradstraße wird Stadt zum Verhängnis
Der Deichkronenweg zwischen Vynen und Obermörmter ist seit Jahren für Rad- und Fußgänger gesperrt - und wird es in Zukunft auch erst einmal bleiben. Unter anderem, weil die Stadt den Deichverband nicht über die Fahrradstraße in Vynen informiert hat. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Aus dem Vorhaben, den Deichkronenweg in Obermörmter für Fahrräder und Fußgänger frei zu geben, wird erst einmal nichts. Der Vorstand des Deichverbandes hat am Freitag in einer nicht öffentlichen Sitzung mehrheitlich gegen den ausgearbeiteten Vertrag mit der Stadt gestimmt. Bürgermeister Görtz beklagt unprofessionelles Verhalten. Von Julia Lörcks

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Diese Redensart bekamen Bürgermeister Thomas Görtz und Niklas Franke, Technischer Beigeordneter und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, am vergangenen Freitag deutlich zu spüren. An diesem Tag stimmten in einer nicht öffentlichen Sitzung die elf Mitglieder des Deichstuhls - das ist der Vorstand des Deichverbandes Xanten-Kleve (DVXK) - mehrheitlich gegen das Vorhaben, den Deichkronenweg in Obermörmter für Fahrräder und Fußgänger zugänglich zu machen. Die Fraktionsvorsitzenden wurden darüber am Montagabend informiert. Am gestrigen Dienstagmorgen luden Görtz und Franke zu einem Pressegespräch ein - und dabei wurde mehr als deutlich: Die beiden sind weiß Gott nicht erfreut über den aktuellen Stand der Dinge. Görtz sprach von "Kindergarten", von einem "unprofessionellem Verhalten" des Deichverbandes.

Worum geht es eigentlich? Um das 800 Meter lange Teilstück des Deichkronenweges zwischen Vynen und Obermörmter. Aus irgendeinem Grund war beim damaligen Planfeststellungsverfahren der Bezirksregierung die öffentliche Nutzung nicht berücksichtigt worden. Und weil das Verfahren mittlerweile abgeschlossen ist und ein Anwohner schon vor Jahren vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf erfolgreich gegen eine Öffnung geklagt hatte, wollten Stadt und DVXK jetzt mit Hilfe einer sogenannten Widmung - das ist eine Art Zweckbestimmung - die öffentliche Nutzung vertraglich festlegen.

Wollten. Denn daraus wird nach dem Votum des Deichverbandvorstands erst einmal nichts. Franke, der als Vertreter der Kommunen selbst an der Sitzung teilgenommen hat, konnte der Argumentation nicht folgen. Auch Görtz sagte gestern: "Wochenlang haben wir die vertraglichen Inhalte festgelegt, etliche Zugeständnisse gemacht. Und jetzt das." Gemeint ist die Fahrradstraße. Wie berichtet, hatte Görtz die Straße "Rheindamm" in Vynen am 12. September kurzerhand zur Fahrradstraße beschildert. Das sorgte für reichlich Ärger. So hatte er versäumt, die Anwohner darüber zu informieren. Und den Deichverband, der immerhin Eigentümer der Straße ist. "Das hat bei der Entscheidung am Freitag eine Rolle gespielt", sagt Bernhard Schlüß, Geschäftsführer des DVXK auf Nachfrage. Görtz: "Das eine hat mit dem anderen rein gar nicht zu tun. Den Schuh des unzuverlässigen Partners ziehe ich mir nicht an, der Schuh passt dem Deichverband." Franke: "Das ist ein gefundenes Fressen, der Widmung nicht zuzustimmen."

FOTO: Fischer Armin

Denn diese ist nach Angaben des Deichverbandes auch immer mit Risiken verbunden. Schlüß: "Wir laufen Gefahr, hier Spielraum aus der Hand zu geben. Ohne die Stadt geht dann bei Problemen nichts mehr." Dabei sind dem Deichverband vor allem Hundebesitzer ein Dorn im Auge. "In Rees hat aus diesem Grund ein Schäfer die Deichbewirtschaftung aufgegeben", so Schlüß.

Quelle: RP
 
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