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Serie So Viel Fair-Trade Steckt In Xanten
Faire Produkte auch im Supermarkt

Serie So Viel Fair-Trade Steckt In Xanten: Faire Produkte auch im Supermarkt
Marktleiterin Heike Kaas und Benny Lurvink vor dem Regal mit fair gehandelten Lebensmitteln. Besonders gefragt sind Kaffee, Schokolade, Honig und Orangensaft. FOTO: Ostermann, Olaf (oo)
Xanten. Benny Lurvink pflegt für seinen Edeka-Markt eine Partnerschaft mit dem Eine-Welt-Laden und der Eine-Welt-Gruppe. Von Beate Wyglenda

xanten Längst sind fair gehandelte Produkte nicht mehr nur in Eine-Welt-Läden zu finden. Deutschlandweit bieten über 40 000 Supermärkte, Lebensmittelläden und Kaufhäuser Waren mit dem Fairtrade-Siegel an. Einer der ersten von ihnen war der Markt Theos Edeka in Xanten. Heute hat das von Benny Lurvink in nächster Generation geführte Geschäft 70 verschiedene Fairtrade-Artikel im Sortiment.

Bereits seit 1994 stehen im Xantener Edeka-Markt fair gehandelte Produkte in den Regalen. Die Idee dazu entstand im damals erst zwei Jahre alten Supermarkt im Zuge einer Kundenbefragung. "Unsere Kunden sollten in einer Liste vermerken, welche Produkte ihrer Meinung nach noch angeboten werden sollten", erzählte Geschäftsführer Benny Lurvink. "Auffallend war die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten", ergänzte er.

Also ging der Supermarkt eine Partnerschaft mit dem Eine-Welt-Laden und der Eine-Welt-Gruppe in Xanten ein. "Zu den ersten angebotenen Produkten gehörte natürlich fair gehandelter Kaffee. Aber auch sogenannte Nonfood-Artikel wie handgemachter Schmuck oder Portemonnaies waren fortan bei uns zu finden", sagte Lurvink. Mit den Jahren wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut. Schließlich ist auch die Firma GEPA, der größte europäische Importeur für fair gehandelte Produkte, an den Edeka-Markt herangetreten. "Dank dieser Zusammenarbeit konnten wir unsere Palette an fair gehandelten Produkten deutlich ausweiten", bemerkte Lurvink.

Inzwischen bietet der Supermarkt rund 70 verschiedene Artikel mit dem Fairtrade-Siegel an. Hinzu kommen saisonale Waren wie Nikoläuse oder Osterhasen aus fair gehandelter Schokolade. Zu den Verkaufsschlagern gehören neben Kaffee - der mittlerweile auch in Pads erhältlich ist - vor allem Schokolade, Honig und Orangensaft. Populär im Hauptgang platziert, müssen die Kunden nicht lange suchen, um fair einzukaufen. "Die meisten Kunden kommen zwar nicht gezielt wegen dieser Produkte in den Edeka-Markt, die Verkaufszahlen sind aber sehr positiv. Viele nehmen bei ihrem Wocheneinkauf einfach ein oder zwei der Artikel mit. Gerade seitdem Xanten Fairtrade-Stadt ist, befassen sich zunehmend mehr Leute mit dem Thema", bemerkte der Geschäftsführer. Auch die Rückmeldung ist gut. "Die Kunden befürworten, dass sie nicht extra in einen anderen Laden gehen müssen, um fair gehandelte Produkte zu bekommen", fügte er hinzu.

Die Ambivalenz von Fairtrade-Artikel in einem kommerziellen Supermarkt ist auch Lurvink bewusst. "Manchen erscheint es vielleicht widersprüchlich, dass wir einerseits fair gehandelte Waren anbieten und zeitgleich etwa mit Sonderangeboten für Fleisch werben. Fakt ist, fairer Handel ist eine gute Sache. Es ist gut, dass sich die Menschen damit auseinandersetzen, und ich fände es schön, wenn es mehr solcher Produkte geben würde, um Ausbeutung und Armut zu bekämpfen", betonte Lurvink. "Gleichzeitig darf ich mein Stammgeschäft aber nicht vernachlässigen. Es bringt nichts, wenn wir das Angebot an Fairtrade-Artikeln verdoppeln, das aber am Bedarf des Kunden vorbeigeht und nicht angenommen wird." Die Präsenz von fair gehandelten Produkten beim alltäglichen Einkauf sei jedoch grundsätzlich positiv zu bewerten, so Lurvink. "Und dabei gibt es gewiss noch Luft nach oben."

Quelle: RP
 
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