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Sonsbeck
Farm Pulling: PS-Giganten machen Meter

Sonsbeck: Farm Pulling: PS-Giganten machen Meter
Start frei für den aufgemotzten Trecker mit Bremswagen: 100 Meter lang ist die Wettkampfpiste. Meist allerdings ist früher Schluss. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. 130 Starter kämpften auf dem Acker von Matthias Treel in Sonsbeck um Pokale und Punkte für die Deutsche Meisterschaft. Auch das heimische Trecker-Treck-Team sahnte wieder einmal ab. Von Beate Wyglenda

Sie verdunkelten den Himmel, machten mächtig Lärm und allen Fans des Motorsports einen Riesenspaß: Zum neunten Mal drehte sich am Wochenende in Sonsbeck alles um den Wettstreit der stärksten Traktoren und geschicktesten Fahrer. Rund 130 Starter aus ganz Deutschland und den Nachbarländern zeigten beim Farm Pulling des Trecker-Treck-Teams (TTT) Sonsbeck, wie viele Meter ihre PS-Giganten im Kampf gegen den Bremswagen schaffen. Für die Sonsbecker Ausrichter lief es wieder einmal gut. So manchen Pokal behielten sie zu Hause.

Schon der Auftakt des beliebten Zugkraftwettbewerbs hätte für die Sonsbecker nicht besser laufen können. Zum ersten Mal überhaupt wusste sich das TT-Team in der 6,5 Tonnen Sportklasse gegen die starke Konkurrenz aus der Schweiz zu behaupteten. "Wir konnten sie bislang noch nie besiegen", erzählte Josef Siebers. Doch diesmal haben die Schweizer nur den dritten Platz belegt. Siebers: "Da haben die Jungs mal ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt." Er selbst holte sich mit dem 800 PS starken Kraftprotz "Old Jim" den zweiten Platz. Als Sieger des Pullrides bestieg sein Bruder Alois Siebers dank der Zugkraft des mehrfachen Deutschen Meisters "Live Power" das Treppchen.

Und auch die übrigen Rennen liefen gewohnt erfolgreich. Dafür hat das Sonsbecker Team noch bis zuletzt an den Maschinen geschraubt. Eine Schüppe draufgelegt wurde etwa bei "Mr. Fergie". Der Trecker vom Typ MF 1155 erhielt einen größeren Turbolader und eine größere Einspritzpumpe. Nach zwei vielversprechenden Testrides sollte das rote Kraftpaket auch Marion Schmitz in der 5,5-Tonnen-Sportklasse der Damen zum Siege führen.

Einen herben Rückschlag erlitt das Team dagegen mit dem Ausfall von "Miss Fergie". Auch an der jungen "Traktorlady" sollte noch etwas nachgetunt werden, doch dann nahm die Maschine Schaden und konnte nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. "Das war wirklich schade. 'Miss Fergie' ist unser schönster Traktor", sagte der Sonsbecker.

Frauen auf der 100 Meter langen Wettkampfpiste - gleich ob Mensch oder Maschine - könnte es nach Siebers ohnehin viel öfter geben. "Eigentlich ist es nicht üblich, dass Frauen beim Traktor Pulling mitfahren. Dabei gibt es unter den Damen echte Talente, und unsere Mädels sind auch richtig heiß darauf", erzählte er. Mittlerweile hat das TT-Team fünf Fahrerinnen am Start. Eine davon ist Nadine Trompeter. Beim Sechs- Tonnen-Standardlauf hatte die Sonsbeckerin mit ihrem untergewichtigen MF 178 zwar keine Chance, Spaß gemacht hat die Fahrt aber auf jeden Fall. "Das Gefühl, so eine schwere Maschine überhaupt bewegt zu kriegen, ist schon toll", erklärte die Fahrerin begeistert. Und wenn dann der Schlag von dem Bremswagen kommt, das sei "einfach was Besonderes". Langsam, so Trompeter, wachse die Damenriege aber in dem Sport. "Anfangs waren wir Sonsbeckerinnen nur unter uns. Inzwischen fahren 15 Frauen mit", erzählte sie. Auch das Traktor Pulling an sich wird nicht zuletzt dank des TTT in Deutschland immer bekannter. Besuch aus den Niederlanden ist gerngesehen. Vor allem wenn dieser mit einer Reihe von bis zu elf Tonnen schweren und 2000 PS starken Pro-Stock-Maschinen auf dem Acker von Matthias Treel ankommt. Siebers: "Das sind Höllenmaschinen."

Quelle: RP
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