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Sonsbeck
FDP Sonsbeck: Auslaufende Schulen sind im Nachteil

Sonsbeck: FDP Sonsbeck: Auslaufende Schulen sind im Nachteil
Sie führen die FDP-Liste für die Kommunalwahl an: (von links) Jürgen Kühne, Ralf van Stephaudt, Renate Heursen und Robert Niewerth. FOTO: ARFI
Sonsbeck. Liberale sehen eine Ungleichbehandlung der Hauptschüler und der im gleichen Gebäude unterrichteten Gesamtschüler.

Die FDP Sonsbeck hat nicht nur ihre Ratskandidaten nominiert. Sie setzt auch ein Streitthema für den Kommunalwahlkampf: Schüler der auslaufenden Hauptschule Sonsbeck würden im Vergleich mit den Klassen der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck, die im selben Gebäude unterrichtet werden, benachteiligt.

Es gebe entsprechende Beschwerden von Eltern, sagte gestern Ralf van Stephaudt, Mitglied der FDP im Schulausschuss. Die FDP (sie hatte die Gesamtschule am Standort Sonsbeck seinerzeit abgelehnt) hat einen Antrag zu dem Thema gestellt. Die Gemeindeverwaltung solle sich gemeinsam mit der Schulverwaltung und Schulträgern aus der Umgebung um eine Lösung kümmern. Die Sonsbecker Liberalen gehen davon aus, dass es auch an den auslaufenden Schulen in Xanten (Walter-Bader-Realschule, Hauptschule), Rheinberg und Alpen (jeweils die Haupt- und Realschulen) ähnliche Probleme gibt. "Eltern von Schülern der Walter-Bader-Realschule bestätigen uns diese Situation", sagte gestern FDP-Chef Jürgen Kühne.

Van Stephaudt skizzierte das Ungleichgewicht am Standort Sonsbeck: "Die Gesamtschule bekommt einen Beamer (Projektor), die Räume der Gesamtschule werden gestrichen, die Gesamtschüler dürfen ab 7.30 Uhr in die Klassen und werden betreut." All das treffe für die Hauptschule nicht zu. "Das begreifen die Hauptschüler nicht." Diese würden demotiviert und stigmatisiert. Hinzu komme, dass Lehrer der auslaufenden Schulen sich neue Stellen suchten. "Die Qualität des Unterrichts und die Stundenzahlen werden weiter nachlassen", mahnte van Stephaudt zum Gegenlenken. Seine Tochter habe in der Klasse acht der Marienschule Xanten derzeit 34 Wochenstunden Unterricht, ein Freund aus demselben Jahrgang der Walter-Bader-Realschule nur 26.

Der FDP-Antrag wird am Donnerstag, 6. März, im Sonsbecker Schulausschuss behandelt (18 Uhr im Kastell). Im letzten Schulausschuss hatten Verwaltung, Vertreter verschiedener Fraktionen sowie Schulleiter die Gesamtschule gelobt und von einem befruchtenden Miteinander der Schulformen unter einem Dach gesprochen.

Bei der Kommunalwahl im Mai möchte die FDP Sonsbeck vier (statt bisher drei) Sitze im Rat holen. Ein kluger taktischer Zug ist es vor diesem Hintergrund, den aus der CDU ausgetretenen Robert Niewerth nicht nur hinter Jürgen Kühne, Renate Heursen-Janßen und Ralf van Stephaudt auf Platz vier der FDP-Liste zu setzen: Niewerth ist auch Direktkandidat im Wahlkreis 7, den er in der Vergangenheit dreimal als CDU-Mitglied deutlich gewinnen konnte.

Bis zur Kommunalwahl wolle er sein derzeitiges Ratsmandat parteilos wahrnehmen, kündigte Robert Niewerth gestern an. Für die Zukunft schloss er nicht aus, das 17. Mitglied im FDP-Ortsverband Sonsbeck zu werden.

(pogo)
 
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