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Xanten
Ferienkinder als Nachwuchsartisten

Xanten: Ferienkinder als Nachwuchsartisten
Die mutigen Fakire, hier Maximilian (vorne) und Marten hatten vor dem Feuer keine Angst und führten ihre Kunststücke konzentriert dem begeisterten Publikum vor. FOTO: Armin Fischer
Xanten. 90 Kinder zeigten bei der Abschlussgala, was sie im Mitmach-Circus Jonny Casselly Jr. in sechs Tagen gelernt haben. Von Beate Wyglenda

Der Beifall wollte kein Ende nehmen als zur Abschlussgala des Kinder-Mitmach-Circus Jonny Casselly Jr. alle 90 Nachwuchsartisten ein letztes Mal die Manege betraten. Sechs Tage lang haben die sechs bis 14-Jährigen die Welt der Zirkusfamilie kennengelernt, in einem intensiven Training Tierdressur, Akrobatik und Clownerie erlernt und sich auf ihren großen Auftritt am Samstag vorbereitet. Das Zirkuszelt war rappelvoll. Die Meinung der Zuschauer eindeutig: "einfach erstaunlich", "beeindruckend", "sensationell", hieß es zu der dreistündigen Show.

Ganz wie bei den Profis begleiteten Clown Pepe und seine Freunde mit allerlei Späßen durch das Programm. Mal erheiterten sie als Fotografen mit neckischem Motiv, mal beim Eintrittskarten-Dilemma die Gäste. Stets bezogen sie das Publikum mit ein und sorgten frech, fröhlich und witzig für gute Laune im Zirkuszelt. "Willkommen. Heute erwarten uns mutige Fakire, Seiltänzer und Akrobaten, schlafende Taschentücher und fliegende Würmer", begrüßte der vermeintliche Zirkusdirektor die bereits herzhaft lachenden Gäste.

Wenn schon keine fliegenden Würmer, fliegende Trampolinspringer gehörten zur Show. Und die wussten mit ebenso effektvollen wie waghalsigen Sprüngen zu begeistern. Ob mit Überschlag durch den Hula-Hoop-Reifen, mit gespreizten Beinen über den Kopf des Trainers oder im Riesensprung über eine wehende Flagge, furchtlos vollführten die Kinder jeden Trick. Selbst beim Höhepunkt des Auftritts, dem Sprung über eine brennende Stange, war von Angst keine Spur zu sehen. Noch während das besorgte Raunen durch die Zuschauerreihen ging, sprang ein Nachwuchsartist sogar im Salto über die Flammen. Applaus und Jubel waren sein Lohn.

Artistische Höchstleistungen zeigten auch die Bodenakrobaten. Mit Handständen, Brücken, Spagaten und Wickelfiguren präsentierten sie ihre Flexibilität. Diverse Menschenpyramiden zeugten von Kraft und Körperspannung. Die Kinder vereinten die Figuren zu komplexen Gebilden, teils in vier Menschenschichten und schwindelerregender Höhe, teils undurchschaubar, wo der Fuß des einen aufhört und die Hüfte des anderen beginnt. Besonders beeindruckend jedoch waren die Einzeldarbietungen der Kinder: Während die erste Nachwuchsartistin eine Brücke in den hoch ausgestreckten Händen des Zirkusdirektors machte, ließ sich die nächste kopfüber im Spagat und der dritte im Kopfstand mit nur einer Hand Cassellys emporheben. Ein Mädchen bewies sogar so viel Körperspannung, um als menschliche Flagge in die Luft gehoben zu werden. "Erstaunlich", "beeindruckend", "sensationell", war von allen Seiten zu hören.

Es folgten die Voltigier-Kids, die auf dem Pferd Kerzen, Drehungen und sogar Rollen vollführten, mal freihändig stehend, mal kopfüber runterhängend durch die Manege ritten. Die Jongleure zeigten ihr Können an Bällen, Ringen und drehenden Tellern. Furchtlos stapften die Fakire durch Scherben und Nägel, spuckten Feuer und widerstanden den Flammen, während die Bauchtänzerinnen die Lamas beherrschten. Faszinierendes Finale war die Trapez-Nummer, bei der die Kinder - von Casselly Jr. in vier Meter Höhe gehoben - mit verschiedenen Figuren ihr artistisches Können bewiesen.

"Was die Kinder in einer Woche gelernt haben, ist einfach erstaunlich", sagte Vater Mario Rosendahl. "Nie im Leben hätte ich gedacht, dass die Kinder solch beeindruckende Kunststücke zeigen", bemerkte auch Marie Rückert. Zuschauerin Marlene Liebknecht sagte: "Was sich die Kinder alles getraut haben, ist unglaublich. Ich würde mich das niemals trauen. Hut ab!"

Quelle: RP
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