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Xanten
Fest für 900 Katholiken und Protestanten

Xanten: Fest für 900 Katholiken und Protestanten
Mehr als 900 Besucher kamen zum Gottesdienst unter freiem Himmel. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Zum ersten Mal seit 15 Jahren luden die katholische Kirchengemeinde St. Viktor und die Evangelische Kirchengemeinde Xanten-Mörmter wieder zu einem ökumenischen Gemeindefest ein. Mit großem Erfolg. Von Erwin Kohl

"Dass wir in den Gemeinden auf einem sehr guten Weg sind, zeigt sich schon an dem enormen Zuspruch beim Gottesdienst", erklärt Presbyterin Brigitte Messerschmidt. Mehr als 900 Katholiken und Protestanten verfolgten diesen Gottesdienst gestern bei herrlichem Wetter auf dem Xantener Marktplatz, viele Hundert Besucher kamen im Laufe des Tages hinzu. Für das passende Rahmenprogramm sorgten rund 200 Vertreter von Gruppen, Verbänden und Vereinigungen beider Kirchen mit zahlreichen Ständen zwischen Kurfürstenstraße und Domvorplatz.

Das Motto "Komm mal rüber, gemeinsam glauben und feiern" ist in Xanten mehr als ein Spruch, so Pfarrerin Ulrike Dahlhaus: "Es gibt hier keine Berührungsängste zwischen den Glaubensrichtungen. An der Basis sind wir eine Gemeinschaft. Für ein solches Fest braucht es aber immer einen Anlass und der ist mit dem Reformationsjubiläum gegeben." Marie-Louise Jordans-Theußen, die mit Brigitte Messerschmidt vor eineinhalb Jahren mit der Organisation begonnen hat, freut vor allem das Miteinander an den Ständen: "Die meisten Angebote werden gemeinsam gestaltet. Pfarreirat, Presbyterium und der Kirchenvorstand beispielsweise bieten einen Infostand und auch die Kindergärten sind in der Sache vereint."

Überhaupt wurden die Kinder der Gemeinden aktiv mit einbezogen. Am Stand des Stiftsmuseums durfte der Nachwuchs Lesezeichen bedrucken. "Wir möchten damit auf die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg aufmerksam machen, die die Verbreitung der Reformationsschriften und der Lutherbibel überhaupt erst möglich machte", sagt Katharina Geroschus. Geschichten nicht nur für Kinder bot das Team des Kindergottesdienstes in seinem Tipi. Dazu gab es Gesprächsrunden zu unterschiedlichen kirchlichen Bereichen wie etwa der Ehe zwischen Katholiken und Protestanten. Der Titel "Gehen wir zu Dir oder zu mir" scheint nur antiquiert, erläutert Brigitte Messerschmidt: "Das ist auch heute noch für manche Menschen ein großes Thema."

Besinnliche Stimmung in der Norbertklause. FOTO: Armin Fischer

Hoch hinaus ging es für Kinder und Jugendliche am Stand der Diakonie. Am Stahlseil gesichert durften Wagemutige versuchen, einen Turm aus bis zu 25 Getränkekästen zu stapeln. "Das ist eines unserer erlebnispädagogischen Angebote. Die Teilnehmer sollen dabei selber entscheiden, wie viel sie sich zutrauen und lernen, Nein zu sagen", berichtet Tim Rambach.

Dass Ökumene auch seine süßen Seiten haben kann, bewiesen die kfD-Frauen und die evangelische Frauenhilfe in einer konzertierten Backaktion. Das Ergebnis: Mehr als 80 schmackhafte Kuchen, die die Gäste im evangelischen Gemeindehaus probieren durften.

"Mach dich auf die Socken" lautete das Motto, mit der die Kolpingsfamilie Besucher anlocken wollte. Das klappte hervorragend mit dem "Bungee-run", einer Art Hüpfburg, auf der Kinder an einem Gummiseil befestigt das Ziel erreichen mussten. "Die Idee dahinter ist, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, während ihre Kinder spielen", erzählt René Schneider.

Viele Besucher nutzten darüber hinaus die Beratungsangebote zur häuslichen Pflege, alternativen Therapiemöglichkeiten oder Hausnotrufsysteme. Insgesamt präsentierten sich beide Kirchen als eine lebendige Gemeinschaft.

Quelle: RP
 
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