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Sonsbeck
Flüchtlinge packen beim Sonsbecker Frühjahrsputz mit an

Sonsbeck. Überall auf den Straßen und Wegen in Sonsbeck, Labbeck und Hamb sah man am Samstag kleine Grüppchen in knallgelben Warnwesten, die den von rücksichtslosen Zeitgenossen in der Natur entsorgten Müll einsammelten. Unter den zahlreichen Vereinen und Organisationen, die sich am 14. Dorfaktionstag beteiligten, waren auch Mitglieder des H.o.T.-Jugendzentrums. Ihr Einsatzgebiet war die Hammer Straße zwischen der Furth und Veen, eine dünn besiedelte Gegend. "Die Menschen schmeißen hier ihren Müll aus dem fahrenden Auto, wir haben alleine 400 Schnapsfläschchen am Straßenrand gefunden", erzählt Nadine Rayermann. Der zwölfjährige Tim Zimprich hat dabei nicht nur die Freude der Menschen im Blick: "Ich mache das für die Tiere, die haben es genauso verdient, in einer sauberen Gegend zu leben. Wir wohnen ja auch nicht in unserem Müll." Flaschen, Bauschutt und Kondome sind die überwiegende Ausbeute der Sammler von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Sonsbeck. Am Parkplatz Op den Hövel finden die Vogelfreunde den meisten Unrat. Rainer Verhülsdonk bedauert vor allem die mangelnde Nachhaltigkeit der Aktion: "In einer Woche sieht es hier wieder genauso aus, das ist frustrierend." Von Erwin Kohl

Unter den rund 100 freiwilligen Müllsammlern sind auch 20 in der Gemeinde lebende Flüchtlinge. Für sie war es eine Selbstverständlichkeit, mitzuhelfen. "Wir lieben diesen schönen Ort. Als unsere Freunde uns von der Aktion erzählt haben, waren wir sofort dabei", berichtet Amini Hashmat aus Afghanistan. Hossen Hossenin fügt hinzu: "Wir kennen das, in unserer Heimat gibt es solche Aktionen auch. Sie sind gut und führen dazu, dass die Menschen nicht mehr so achtlos mit ihrem Müll umgehen."

Wie lange der Müll schon in den Straßengräben liegt, haben die Pfadfinder erfahren. "Wir haben zahlreiche Rückstände vom Silvesterfeuerwerk gefunden", sagt Isabel Nabbefeld. Sie hat noch eine weitere Erkenntnis gewonnen: "Die Wohngrundstücke sind alle sauber, der meiste Müll liegt rund um die Grundstücke der Discounter." Initiiert hat den Aktionstag der Sonsbecker Ortsausschuss. Dessen Vorsitzender Reiner Weber stellt eine besorgniserregende Veränderung des Müllaufkommens fest, für die vor allem ein Heißgetränk verantwortlich ist: "Kaffee to Go wird zunehmend zum Problem. Gerade im Bereich der Autobahnauffahrt werden die Becher einfach aus dem Auto geworfen" Fünf Fahrzeuge des Bauhofes waren damit beschäftigt, den Müll abzuholen. Bauhof-Mitarbeiter Bastian Strathmann kann das nicht verstehen: "Wir haben 200 Abfallkörbe im Gemeindegebiet stehen, die wir an jedem Freitag leeren. Dazu acht neuralgische Punkte, an denen wir immer wieder Autoreifen und Bauschutt finden."

Quelle: RP
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