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Xanten
Flüchtlinge sollen ins Förderzentrum

Xanten: Flüchtlinge sollen ins Förderzentrum
Das Gelände des Förderzentrums. Hier sollen Flüchtlinge Unterkunft finden. FOTO: Archiv)
Xanten. Die Zahl der Zuweisungen steigt stetig: In Gesprächen zwischen Politik, Verwaltung und dem Arbeitskreis Asyl wurde nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Nun soll die Schule an der Johannes-Janssen-Straße umgebaut werden. Von Heinz Kühnen

Wie in nahezu allen Kommunen in ganz Deutschland steht auch die Stadt Xanten vor enormen Herausforderungen bei der Organisation der Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen. In den letzten Monaten hat die Stadt bereits große finanzielle und personelle Anstrengungen unternommen und die Unterbringungskapazitäten deutlich ausgeweitet durch Anmietung von Wohnungen und Schaffen von neuen Gemeinschaftsunterkünften. Auch die Betreuungsleistungen für die Flüchtlinge wurden personell erheblich aufgestockt. Angesichts der immer weiter und immer schneller steigenden Zuweisungen werden auch diese gesteigerten Unterbringungskapazitäten schon bald nicht mehr ausreichen. Jetzt will die Stadt die Räume des auslaufenden Förderzentrums an der Johannes-Janssen-Straße für die Unterbringung nutzen.

165 Flüchtlinge und Asylbewerber gab es in der vergangenen Woche in der Stadt. Und der Strom reißt nicht ab. "Wenn wir Glück haben, dann bekommen wir drei bis vier Tage vorher gesagt, dass und wie viele Personen wir neu aufnehmen sollen", sagt Michael Verhalen, Fachbereichsleiter für Soziales und Beratung bei der Stadt. "Das kann dann eine siebenköpfige Familie mit mehreren Kleinkindern sein. Oder es sind acht Personen aus ebenso vielen unterschiedlichen Staaten." Da freuen sich die Verantwortlichen über jede "frei gemeldete" Wohnung. Wenn zum Beispiel die Grafschaft Moers Siedlungs- & Wohnungsbau auch nur einen Anruf tätige, seien die städtischen Mitarbeiter sofort da, sagt Verhalen. Zu einem allergroßen Teil aber dienten vier Häuser im Bereich des Gewerbegebiets an der Sonsbecker Straße sowie das Haus am Rheindamm in Vynen. Die Kapazitäten sind aber bald erschöpft. Deswegen hat Xantens Bürgermeister Thomas Görtz gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und des DBX nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Da mit einer Abnahme der Zuweisungszahlen auf absehbare Zeit nicht zu rechnen sei, sei eine "große Lösung" gefragt, um zumindest für die nächsten acht bis zwölf Monate eine menschenwürdige Unterbringung zu gewährleisten.

Im intensiven Austausch auch mit dem Arbeitskreis Asyl wurden die Überlegungen am Wochenende den Fraktionsvorsitzenden und Ratsmitgliedern des Xantener Stadtrates vorgestellt und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Als Modell wird derzeit die Nutzung des Förderschulzentrums in der Xantener Innenstadt als Flüchtlingsunterkunft favorisiert. Bekanntlich wird die Schule zum Ende dieses Schuljahres Mitte 2016 ohnehin auslaufen. In Abstimmung mit Schulleiter Martin Nenno soll der Schulbetrieb in einem anderen Xantener Schulgebäude für die verbliebenen Förderschüler fortgeführt werden, um das Förderschulgebäude möglichst schnell als Asylunterkunft umbauen und nutzen zu können. Hierzu werden die Vorbereitungsmaßnahmen nun mit Hochdruck vorangetrieben. Man sei sich darüber einig, dass hier sehr schnell und entschlossen gehandelt werden muss, fasst Bürgermeister Thomas Görtz diesen Schulterschluss zwischen ehrenamtlichem Engagement, politisch Verantwortlichen und Verwaltungsspitze zusammen. "Die Zeit drängt, und die Situation wird auch für uns in Xanten immer dramatischer, so dass wir keine anderen Möglichkeiten als diese nun gewählte Variante sehen", so Görtz.

Selbstverständlich werde man auch mit Blick auf die Anwohner alles Mögliche unternehmen, um zu einem verträglichen, nachbarschaftlichen Miteinander zu kommen. In diesem Zusammenhang sei insbesondere das ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises Asyl unter Federführung von Dr. Wolfgang Schneider hervorzuheben. Wichtig, so betonte Görtz nach dem Abstimmungsgespräch, sei es allen Beteiligten in diesem Zusammenhang zu unterstreichen, dass sich dieses hoch sensible Thema nicht für eine parteipolitische Auseinandersetzung eigne. Alle Verantwortlichen zögen an einem Strang und stellten sich dieser Herausforderung.

Quelle: RP
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