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Sonsbeck
Flüchtlingsunterkunft kostet nun 1,25 Millionen Euro

Sonsbeck. Bürgermeister Heiko Schmidt kann durchatmen: In diesem Monat muss er nicht mit neuen Flüchtlingen rechnen. Die Zuweisungen von der Zentralen Aufnahmestelle sind für einige Wochen gestoppt. Es habe großen Unmut wegen der Zuweisungsquoten gegeben, sagte er im Rat. "Das war nicht ausgewogen." Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen hatten ihr Soll nach dem Verteilerschlüssel erfüllt oder übererfüllt, andere hingegen nicht. "Auch der Städte- und Gemeindebund hat interveniert." Zum Ausgleich werden im Februar die neu angekommene Flüchtlinge auf acht kreisfreie Städte verteilt. "Wir profitieren davon, vielleicht noch bis in den März hinein", so Schmidt. Von Peter Kummer

Aktuell leben in Sonsbeck 212 Flüchtlinge. Wie viele in diesem Jahr dazukommen werden, sei nicht absehbar. Im vorigen Jahr hatte die Entwicklung alle Prognosen zur Makulatur werden lassen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Zudem fällt das alte katholische Pfarrheim an der Herrenstraße als vorübergehende Unterkunft weg. Daher plant die Gemeinde den Bau eines Wohnheims für 60 bis 80 Menschen an der Leipziger Straße 22.

In einer Anwohnerversammlung Mitte Januar hatte die Verwaltung die Pläne vorgestellt und Vorschläge der Anlieger aufgenommen. Demnach wird es nur Zimmer im Erdgeschoss geben. Außerdem wird das Grundstück großzügig begrünt und erhält einen Erdwall als Sichtschutz.

Das neue Wohnheim mit 26 Zimmern ist in zwei Häuser unter einem Dach untergliedert. Jeweils für zwei Zimmer gibt es eine Küche und ein Bad. Einige Wohnungen sind behinderten- und rollstuhlgerecht. Ein Hausmeister soll zu bestimmten Zeiten als Ansprechpartner Präsenz zeigen.

Das Gebäude ist so konzipiert, dass es später, wenn der Wohnraum nicht mehr benötigt wird, zu einer Gewerbehalle umfunktioniert werden kann.

Im Dezember hatte der Rat bereits eine Million Euro für dieses Projekt bereitgestellt. Inzwischen liegen die Kosten bei etwa 1,25 Millionen Euro. Diese Schätzung war Christa Weidinger (SPD) zu ungenau. "Wir sollten eine Obergrenze festlegen", sagte die Fraktionschefin. "Maximal 1,3 Millionen und dann ist Schluss. Man weiß ja nie, was passiert, und wir haben auch noch anderes zu leisten."

Heiko Schmidt gab zu bedenken, dass es noch keinen endgültigen Kostenstand gebe. Er versprach, den Rat weiterhin früh zu informieren, falls unvorhergesehene Ausgaben erforderlich seien.

Quelle: RP
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