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Xanten
Fotoausstellung zeigt Menschen aus Xanten

Xanten. Stadt.Porträt.Xanten: Grischa Schmitz zeigt im Dreigiebelhaus Schwarz-Weiß-Fotografien von 200 Bürgern der Stadt. Von Heidrun Jasper

Er gehört zu den Menschen, die man gerade erst kennenlernt und bei denen man dennoch das Gefühl hat, sie schon ganz lange zu kennen. Vielleicht war das auch mit ein Grund, dass sich so viele Xantener in dem Autofotomaten haben ablichten lassen - ein mobiles Fotostudio, das Grischa Schmitz im September eine Woche lang auf dem Marktplatz aufgebaut hatte. Das Ergebnis zeigt der Wahl-Berliner, der in Xanten aufgewachsen ist und hier 1992 sein Abitur gebaut hat, von Sonntag an und bis Heiligabend in der Galerie im Drei Giebel Haus am Dom. Ausstellungseröffnung ist von 12 bis 14 Uhr. Es spricht Alice Le Camipon aus Berlin.

Über 200 Frauen und Männer, Erwachsene und Kinder, hatten sich von Grischa Schmitz porträtieren lassen oder per Fernbedienung selber die Kamera im Autofotomaten ausgelöst. "Alle haben so erfrischend mitgemacht - klasse", freut sich der Fotograf und Kameramann. Offen, herzlich, nett, schüchtern, schreiend, lustig, zu zweit, alleine, mit Hund: Die Porträts zeigen Menschen, die glücklich aussehen, auf angenehme Art fröhlich in die Kamera gucken, die mit einem Objektiv aus den 70er Jahren ausgestattet ist, das "schon Museumsreife hat", wie ein Pressefotograf anerkennend feststellte, als Michael Blasczik vom Verein Stadtkultur jetzt mit Grischa Schmitz die Ausstellung vorab vorgestellt hat.

Erster Gedanke des 43-Jährigen, als die beiden das Ausstellungs-Format entwickelten, war: "Ach, ich fotografier' einfach die komplette Belegschaft aus dem Rathaus." Den Gedanken hat er aber schnell ad acta gelegt, fand es "viel cooler, wenn Leute selber entscheiden können, ob sie fotografiert werden wollen". Also habe er sich auf den Markt gestellt mit seinem Autofotomaten und hat abgewartet. Und er brauchte nicht lange zu warten, bis die ersten Xantener den Weg in sein ungewöhnliches Fotostudio fanden, das Grischa Schmitz "extra für Xanten erfunden" hat. Warum er nur Schwarz-Weiß-Filme eingelegt hat? "Man sieht auf schwarz-weißen Bildern eher den Menschen, wird nicht abgelenkt durch Farben".

Zehn Tage hat er über 7000 Bilder gesichtet, 2060 davon ausgewählt für eine Video-Installation, die zwei Reihen von je sechs Bildern umfasst, die während der Ausstellung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten an eine Wand projiziert werden. Und da die Ausstellung ein "work in progress", eine Arbeit in Bewegung, ist, steht der Autofotomat auch oben in der Galerie im Drei Giebel Haus. Und jeder ist eingeladen, sich selbst zu fotografieren oder von Grischa Schmitz ablichten zu lassen und so Teil der Ausstellung zu werden. Die wird übrigens ergänzt durch 32 Fotografien aus der Serie "Substance", die er überall dort mit seinem iPhone gemacht hat, wo Grischa Schmitz gerade beruflich auf Reisen war.

Quelle: RP
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