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Xanten
Frau Kühne trifft Bernd Stelter im Strandbad in Wardt

Xanten: Frau Kühne trifft Bernd Stelter im Strandbad in Wardt
Gut gelaunt: Ingrid Kühne und Bernd Stelter. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Vor Bernd Stelters Auftritt unterhält sich die 47-Jährige aus Lüttingen mit dem Künstler, der sich noch gut an Ingrid Kühnes Sieg bei der "WDR Rampensau" erinnern kann. Von Heidrun Jasper

"Er steckt bestimmt auf der Autobahn im Stau", mutmaßt Ingrid Kühne. Die 47-Jährige aus Lüttingen, die seit ihrem vierten Lebensjahr Karneval macht und seit Februar 2015 mit ihrem ersten Soloprogramm "Wie war das noch(r)mal" auch kabarettistisch Erfolge feiert, ist mit Bernd Stelter im Strandbad verabredet. "Ich bin im Karneval mit ihm groß geworden, er war immer zum Schreien komisch, zieht die Jungen genauso mit wie die Alten", erzählt sie, greift zum Smartphone, ruft den gemeinsamen Agenten aus Köln an. "Wo bleibt er denn?" Wie sich herausstellt, war es ein Missverständnis: Stelter hat im Hotel in Wesel darauf gewartet, dass die Frau Kühne ihn anruft, wenn sie sich treffen sollen. "Bin in 15 Minuten da".

"Da" heißt in diesem Fall im Strandbad in Wardt, wo der 55-Jährige am Abend sein Soloprogramm "Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte" spielt. "Gerade auf dem Weg hierhin hab' ich im Radio gehört, dass ein Düsseldorfer Professor 'rausgefunden hat, dass Kölsch und Alt gleich schmecken", sagt Stelter", als er uns ins Zelt backstage bittet. Er bietet uns Kaffee an, wir lehnen dankend ab, den Kaffee hatten wir schon auf.

"Wenn ich hier hingehe, regnet es. Ich guck mir keine Open-air-Veranstaltungen mehr an", kommt de Frau Kühne direkt zum Punkt. "Wat war da denn für'n Wetter, als du das letzte Mal hier gespielt hast? Weißt du das noch?", fragt sie. "Trocken, ein lauer Sommerabend", vermutet Stelter, der in der Tat im Juli 2013 bei schönstem Wetter im Strandbad auf der Bühne stand. "Man muss hierhin kommen, wenn ich hier spiele. Dann haben wir immer 20 bis 22 Grad". In Magdeburg, erinnert er sich, "da hab' ich mal auf einer Bühne direkt über einem See gespielt. Da konnten mich die Leute vor lauter Mücken gar nicht sehen!".

Zwei Golfbälle liegen im Aschenbecher auf dem Tisch. "Ich habe heute schon 9 Löcher in Moyland gespielt", antwortet Stelter auf die Frage des Fotografen, wie die denn dahin kämen. "Menschen mit unserer Figur halten sich beim Golfen beweglich", sagt er und lacht Ingrid Kühne an. "Beim Golfen habe ich keinen Job, keine Familie, kein Finanzamt - da kommt man gut runter". Und er weiß noch genau, wie das war, als Ingrid Kühne Gewinnerin der "WDR Rampensau 2013" wurde: "Da haben wir den Leuten erzählt: Das ist eine junge Nachwuchskraft, aus der könnte was werden". Und er sollte recht behalten: De Frau Kühne wechselte auf die Überholspur, füllt mittlerweile auch ganze Säle mit ihrem abendfüllenden Kabarett-Programm.

"Ich habe Rotz und Wasser geheult, als ich dich in der Lichtburg in Essen gesehen habe und du zum Schluss das Lied über deine Eltern gesungen hast", erinnert sich Ingrid Kühne noch genau. "Wenn du zwei Stunden auf der Bühne stehst und nur was zum Lachen 'raus haust, das geht nicht: Da muss einem auch manchmal das Lachen im Hals stecken bleiben", so Stelter. Und er zollt seinem Gegenüber Lob: "Was ich toll finde: Dass du nicht nur auf der rein komischen Schiene bleibst, sondern auch kabarettistisch unterwegs bist".

Sie schreibe ja immer nachts, und das Handy bleibt an, sagt de Frau Kühne. Wie das denn bei ihm sei? "Ich schreibe tagsüber. Handy aus, Internet aus". Und meistens tut es dies in seinem kleinen Häuschen in Holland, wo er "der ganz normale Nachbar" ist.

Stelter: "Es ist wichtig, sich Geschichten einfallen zu lassen". Zur Zeit schreibt er an seinem neuen (zweiten) Krimi "Der Killer kam auf leisen Klompen". "Ich habe vor zehn Jahren auch ein Kinderbuch geschrieben, als mein Sohn im Krankenhaus lag", so Ingrid Kühne.

Ob er seine Frau, mit der er im Juni Silberhochzeit gefeiert hat, wirklich im Karneval kennengelernt hat, will sie wissen. Hat er. Und seine Ehe sei vielleicht auch deswegen immer noch glücklich, "weil meine Frau in der Regel nicht mitfährt, wenn ich Auftritte habe". Da freut man sich aufs Wiedersehen, immer wieder.

Genau wie Bernd Stelter immer wieder froh ist, wenn Aschermittwoch ist, so gerne er auch im Karneval auf den Bühnen steht. Und Stelter spielt längst in der Champions League. Zum Beispiel im Gürzenich, im Olymp der Narretei. Dort, wo inzwischen auch Ingrid Kühne angekommen ist. Sie würde übrigens gerne mal im Duett mit Stelter auftreten - "aber ich glaube nicht, dass er da der Typ für ist". Aber vielleicht klappt es ja irgendwann mal mit einem Auftritt im Strandbad in Wardt, denn da würde sie auch gerne mal spielen.

Ob sie abends bei der Vorstellung auch im Publikum war? Es könnte sein, denn ab und regnete es kurz. . .

Quelle: RP
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