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Sonsbeck
Freizeit am See Genezareth ein voller Erfolg

Sonsbeck. Mitarbeiter der Initiative Integratives Leben (INI) verbrachten mit 17 behinderten Menschen und ihren Betreuern fünf Tage am See Genezareth. Für die Mitglieder des Workshops Ma'an lil Hayat aus Bethlehem war es ein einmaliges Erlebnis, die Tage in Tabgha am See Genezareth zu verbringen. Bis zum letzten Tag war es ungewiss, ob alle Palästinenser mit an den See fahren durften. Durch die Unterstützung israelischer Freunde und dank der Beharrlichkeit von Johannes Roelofsen, der sich zum Schluss noch zwei Stunden mit den Behörden auseinandersetzen musste, konnten alle von Bethlehem aus aufbrechen.

Für alle Beteiligten war es ein Abenteuer. Die sieben Mitarbeiter der Initiative kamen das erste Mal nach Israel und Palästina. Land und Kultur waren ihnen völlig fremd. Um sich aneinander zu gewöhnen und sich kennenzulernen, arbeiteten Konrad, Bianca, Laura, Desiree, Christian und Wolfgang drei Tage im Workshop mit. Man lernte die Namen und die Eigenheiten kennen und fasste rasch Vertrauen zu einander. Gemeinsames Singen, Arbeiten und Essen schufen, auch ohne Sprachkenntnisse, die Grundlagen einer Beziehung.

Dann begann das Abenteuer. Wie lebt man fünf Tage auf engstem Raum zusammen, übernimmt Verantwortung in der Pflege und in der Gestaltung der Freizeit? Für die einheimischen Mitarbeiter war es neu und ungewohnt, rund um die Uhr zusammen zu sein.

Wie selbstverständlich gehen die Deutschen mit den behinderten Menschen in den Pool, der von den sieben Quellen in Tabgha gespeist wird und speziell für Freizeiten mit behinderten Menschen geschaffen wurde. Was passiert da, wenn ein junges Mädchen sich erst völlig verängstigt an die Betreuerin klammert und dann auf einmal völlig frei und fröhlich durchs Wasser tänzelt? Die Deutschen lernten, sich den kulturellen Gegebenheiten anzupassen. Die Mitarbeiter von Ma'an lil Hayat übernahmen die Handlungsmuster, die ihnen die Deutschen einfach nur vorlebten.

Es war ein Nehmen und Geben. Anfängliche Vorbehalte schmolzen dahin. Begeistert ließen sich die jungen Mädchen von Laura und Bianca die Fingernägel lackieren. Asharf und Rami spielten mit Christian Fußball, und die, die es etwas ruhiger haben wollten, hörten Konrads Gitarrenspiel zu. Zum Schluss konnte man die Gruppen nicht mehr auseinanderhalten. Man war zusammengewachsen. Das einstimmige Votum lautete: "Nächstes Jahr wieder in Tabgha!"

Quelle: RP
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