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Xanten
Frühere Förderschule wird abgerissen

Xanten: Frühere Förderschule wird abgerissen
Das ehemalige Förderzentrum, in dem zeitweise auch Geflüchtete untergebracht waren. Auf dem Gelände sollen vier Gebäude mit Wohnungen entstehen. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Nach dem Umzug der Flüchtlinge: Planungsausschuss spricht sich für Verkauf der Immobilie aus. Der Investor steht fest. Von Peter Kummer

Das frühere Förderzentrum gegenüber dem Stiftsgymnasium wird vermutlich an die B & K Wohnbau GmbH verkauft. Die Gesellschaft aus Wesel konnte sich mit ihrem Konzept gegen zwei Konkurrenten durchsetzen. Nach den im Frühjahr vorgestellten Plänen beabsichtigt sie dort den Bau von etwa 40 Wohnungen. Der Planungsausschuss segnete dieses Konzept grundsätzlich ab, betonte aber, dass zwischen 30 Prozent und möglichst 50 Prozent der Wohnfläche für den sozialen Wohnungsbau reserviert werden. Über den Verkauf des Grundstücks an sich muss noch der Hauptausschuss am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung entscheiden.

Drei Gesellschaften und Architektenbüros hatten sich um dieses, wie es die Stadt einschätzt, letzte Sahnegrundstück in der Innenstadt beworben. Das Förderzentrum war schon vor Jahren aufgelöst worden, zwischenzeitlich diente die Schule als Unterkunft für Flüchtlinge, ehe jetzt das neue Heim Küvenkamp 2 bezogen werden konnte.

Die Planungen der B & K Wohnbau GmbH für den Neubau mit einem möglicherweise festgelegten Anteil an sozialem Wohnungsbau. FOTO: B&K

Die Entscheidung über den Zuschlag sollte anhand eines Kriterienkatalogs erfolgen. Es gab Punkte für Art der künftigen Nutzung, die Integration ins Umfeld, die Architektur, ökologische Aspekte und die Planungen für den Verkehr. Der Fund von Altlasten in Form von Asbest hatte bei den Bewerbern noch einmal ein Nacharbeiten am Konzept erfordert.

Die Stadt hat die drei eingereichten Konzepte geprüft und für den Planungsausschuss einen Favoriten benannt. Dagegen jedoch hat die unterlegene Gesellschaften atelier3architekten Einspruch eingelegt. "Wir halten das vorliegende Bewertungsverfahren ... nicht schlüssig genug, um über den zukünftigen Grundstücksverkauf zu entscheiden", besagt ein Schreiben an die Stadt. Eine Überarbeitung und Nachbesserung des Punktsystems ...halten wir für dringend angebracht." Die Xantener Architekten reklamierten für verschiedene Kriterien die volle Punktzahl für sich.

Von dem Einspruch ließen sich die Mitglieder des Ausschusses aber nicht beirren, sie diskutierten nicht einmal über das 3,5 Seiten lange Schreiben. Statt dessen drehten sich die Wortbeiträge hauptsächlich um eine festzulegende Quote für den sozialen Wohnungsbau. "Wir wollen eine gesunde Mischung haben", sagte zum Beispiel Dietmar Leyendecker (CDU). Torsten Feldkamp (ebenfalls CDU) begründete die Forderung nach einer Quote damit, dass Investoren zwar etwas versprechen könnten, "aber an der Umsetzung mangelt es hinterher".

Einer künftigen Nutzung des Förderzentrums als Schule erteilte Bürgermeister Thomas Görtz eine Absage. Es gebe Gespräche mit der Leitung des Stiftsgymnasiums, wie bei einer Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren verfahren werden sollte. "Ein zusätzlicher Raumbedarf für G9 könnte sich aber erst in einigen Jahren ergeben." Dann werde es eventuell einen Erweiterungsbau für das Gymnasium geben. Aber das könne nicht dazu führen, dass das frühere Förderzentrum über Jahre hinweg leer stehe.

Quelle: RP
 
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