| 00.00 Uhr

Unser Jahr
Gemeinsamkeit macht unsere Region stark

Xanten. Nach einem mehr als intensiven Wahlkampf in Rheinberg und Wochen voller ungewünschter Hektik in Xanten geht der Blick nach vorn. Chancen der Leader-Region nutzen.

Nun ist es schon wieder vorbei, unser Jahr 2015. Was bleibt in Erinnerung? Die Kommunalpolitik stand im Zeichen des Wahlkampfs. Entspannt blickte man von Alpen, Sonsbeck und Xanten, wo man die Entscheidung um den Bürgermeister schon ein Jahr zuvor gefällt hatte, auf Rheinberg und erlebte Monate, die auch der US-Serie "House of Cards" zur Ehre gereicht hätten. Rücktritte, Nominierungen, Überraschungskandidaten, neue Bündnisse und ganz viel Aufregung. Vor der Stichwahl waren die Nerven unglaublich angespannt - so etwas erlebt man als kommunalpolitischer Berichterstatter nur äußerst selten. Dabei war die Favoritenrolle spätestens nach dem ersten Wahlgang klar verteilt, und am Ende kam es dann auch so. Frank Tatzel siegte souverän, und nach den ersten Wochen Schonfrist zum Einleben darf er nun in 2016 beweisen, dass man auch als Seiteneinsteiger aus der Banklaufbahn ein hervorragender Bürgermeister sein kann, der die Leitung der Verwaltung und Repräsentationspflichten plus politische Arbeit unter einen Hut bekommt.

Was das bedeuten kann, wird ihm sein Kollege Thomas Görtz erzählen können. Der Xantener Verwaltungschef hat Wochen hinter sich, in den er er an sieben Tagen in der Woche so gut wie rund um die Uhr im Einsatz war. So extrem wie zusätzlich zum Flüchtlingsproblem auch noch einen Brandanschlag und eine Hausdurchsuchung beim städtischen Tochterunternehmen DBX mit allen Folgen zu erleben - das kostet viel Kraft. Nicht nur dem Bürgermeister, sondern dem ganzen Team im Rathaus. Und Dank, das wird Görtz Frank Tatzel auch berichten können, darf man dafür kaum erwarten. Stattdessen stehen die Kritiker in den Ecken und warten nur darauf, dass irgendwo eine Zahl hinter dem Komma nicht stimmt.

Gerade die Flüchtlingsfrage zeigt aber auch, dass die Politik in den Kommunen zusammenstehen kann, wenn es darauf kommt. Und die Belastung ist enorm. Eindrucksvoll aber auch die in 2015 erlebte Willkommenskultur am Niederrhein. Wir Bürger dürfen auch ein wenig stolz auf uns sein und hoffen, dass wir sie auch im gerade begonnenen Jahr weiter erleben dürfen.

Wünschen wir uns, dass es auch 2016 weiter aufwärts geht in einer starken Region, die immer mehr Gemeinsamkeiten entdeckt und auf Eifersüchteleien verzichtet. Allein das Leader-Programm bietet große Chancen dafür.

Die Politik befasst sich währenddessen mit Haushalten, die angesichts der offenen Finanzfrage beim Thema Flüchtlinge noch nicht so richtig ernst zu nehmen sind.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende! DIRK MÖWIUS

dirk.moewius@rheinische-post.de

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Unser Jahr: Gemeinsamkeit macht unsere Region stark


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.