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Xanten
GeoXantike mit 8000 Schatzsuchern

Xanten. In Xanten und anderen Orten am Niederrhein waren 4100 Teams aus 35 Nationen zu Gast. Die Geocacher machten unter anderem Jagd auf 200 versteckte Döschen und tauschten sich beim Familientag im Archäologischen Park über ihr Hobby aus. Von Beate Wyglenda

Sie suchen in Höhlen, zwischen Felswänden und Baumwurzeln, klettern auf Bäume und gehen ins Wasser. Kaum ein Weg ist den Geocachern zu weit und beschwerlich, um die begehrten Caches (geheimen Lager) bei ihrer elektronischen Schnitzeljagd mit GPS-Geräten zu finden. Kaum verwunderlich also, dass zum Mega-Event "GeoXantike" im Archäologischen Park (APX) am Wochenende selbst Schatzsucher aus den USA angereist waren. Insgesamt waren 4100 Teams mit weit über 8000 Erwachsenen und 800 Kindern aus 35 Nationen zu Gast in Xanten.

Die Faszination für dieses Hobby wächst rasend. Gerade in Deutschland hat die digitale Schatzsuche eine große Anhängerschaft. "Man kommt raus in die Natur, sieht tolle unbekannte Orte und Plätze, die abseits der typischen Touristenstätten liegen", erklärte Janine Elter alias Ninebiene.

Die 24-Jährige gehört zum 16-köpfigen Organisationsteam des Mega-Events in Xanten. Zusammen mit Sabine van der List von der Tourist Information Xanten (TIX) richtete das CacherTeamGeldern das Großprojekt aus. "Die jährlichen Mega-Events sind eine Plattform für ganz unterschiedliche Leute verschiedenster Nationen, die aber alle ein gemeinsames Hobby teilen. Genau das wollten wir mal an den Niederrhein bringen", erläuterte Elter. "Bislang fanden die Mega-Events stets in Großstädten wie München oder Leipzig statt. In Xanten, wie man sieht, geht es aber genauso gut, weil es hier einfach so viel zu entdecken gibt", betonte die Cacherin. Die ersten Schatzsucher waren schon am Mittwoch angekommen. Nach einem abendlichen Treffen am Hafen und dem Picknick in den Wallanlagen am nächsten Tag, ging es am Freitag richtig los. Zum Meet & Greet im Amphitheater waren bereits 2500 Gäste vor Ort. Neben Konzerten und Aktionen für Kinder stand auch ein Einlauf der Nationen samt Länderflaggen auf dem Plan.

Zu diesem Zeitpunkt war auch schon die GPS-Truppe aus Schweinfurt mit Andreas Meyer, Frank Fenzl, Daniela Wolf sowie Stefan Loppinge samt Ehefrau Melani und den Töchter Karina (9) und Leonie (6 Monate) angereist. "Ich ging schon als Kind gerne auf Schnitzeljagd. Man kommt an Orte, die man sonst nie besucht hätte, und lernt dabei die Region ganz anders kennen", sagte Fenzl. "Anfangs fand ich Geocaching doof, doch nachdem mir Frank immer von seinen Abenteuern erzählt hat, hab ich es doch mal ausprobiert - und es ist tatsächlich unheimlich spannend. Ich habe Sachen über meine eigene Heimat gelernt, die ich sonst nie erfahren hätte", ergänzte Meyer. Das war vor sechs Jahren. Seitdem sind die Freunde süchtig, wie sie sagen. "Es ist Rätselspaß, man ist mit Freunden unterwegs, lernt Neues kennen und trifft auf extrem nette, tolerante und oft auch etwas verrückte Menschen", so Wolf.

Das Hauptevent fand am Samstag im APX statt. Workshops und Präsentationen rund um das Thema Geocaching gehörten genauso dazu wie ein Bandauftritt, eine Händlermeile, Spiele, Gästeführungen und Mitmachangebote für Kinder, die sich allesamt um die römische Geschichte Xantens drehten.

Das Legionslager der Classis Augusta Germanica gewährte ebenso Einblicke in das antike Leben wie die Gladiatorengruppe Amor Mortis. Für Lars Dierke, der mit seiner Ehefrau Daniela und Sohn Mika (11) zum Event kam, war dies besonders interessant. "Wir gehen später noch ein bisschen auf Schatzsuche, vor allem aber wollen wir uns einen schönen Familientag im Park machen. Das letzte Mal war ich vor 30 Jahren hier", sagte der Vater.

Im APX selbst wurden keine Caches angelegt. Ansonsten versteckten die Organisatoren in und 15 Kilometer um Xanten weit über 200 Dosen.

Quelle: RP
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