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Xanten
Groß werden draußen in der Natur

Xanten: Groß werden draußen in der Natur
Der Vorstand des Waldkindergarten Xanten: vorne Carlo Ridder, dahinter von links Hellena Ahls, Maria von Danwitz und Katja Larisch. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Der erste Waldkindergarten im Kreis Wesel soll im kommenden Jahr in Xanten an den Start gehen. Dort spielen die Kinder jeden Tag, bei Wind und Wetter, draußen, plant ein extra gegründeter Verein. Von Michael Elsing

Carlo Ridder ist sich sicher: Wenn am 1. August 2018 der geplante Waldkindergarten in Xanten an den Start geht, dann steht nicht nur Wald drauf, sondern dann ist auch Wald drin. "Wir werden der erste Waldkindergarten in Wesel sein", sagt Ridder, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins Waldkindergarten Xanten.

Schon im Mai des vergangenen Jahres hatte Ridder das Projekt mit einer Bedarfsabfrage bei den umliegenden Jugendämtern auf den Weg gebracht. Und warum? "Ich habe eben oft an meine eigene Jugend gedacht. Und da bin ich fast nur draußen gewesen", erzählt er. So ging dann exakt ein Jahr später der Waldkindergarten Xanten e.V. an den Start.

Mittlerweile haben sich die Initiatoren mit allen Vertretern getroffen, die für die Realisierung des Projektes nötig waren: angefangen vom Kreisjugendamt Wesel, über die Stadt Xanten, den LVR, Bauamt, Forstamt bis hin zur Naturschutzbehörde. "Nun ist lediglich noch eine kleine Genehmigung nötig. Aber wir sind da sehr zuversichtlich, dass wir im August des kommenden Jahres starten können", so Carlo Ridder.

Dass ein solcher Waldkindergarten gut ankommt, zeigte die schnelle und gute Resonanz der Eltern. Erste Nachfragen gab es für den Verein recht zügig und aktuell läuft es auf 15 Kinder hinaus, die zum Startschuss des Waldkindergartens von drei Erziehern betreut werden. 2019 sollen es dann schon 20 Kinder sein. "Wir beginnen zunächst mal mit der Betreuung von drei- bis sechsjährigen Kindern in einem Umfang von 35 Stunden in der Woche", sagt Carlo Ridder, selbst Familienvater und gelernter Erzieher, der zudem eine Fortbildung zum Naturerzieher absolviert hat.

Bei Wind und Wetter draußen die Umgebung erkunden können bald die Kinder des Waldkindergartens. FOTO: Elterninitiative

Und die Kinder werden sich dann auch ausschließlich in der Natur bewegen. Nur, wenn das Wetter mal wirklich überhaupt nicht mitspielen sollte, steht ein etwa 40 Quadratmeter großer Bauwagen zur Verfügung, der den Kindern Schutz bietet. "Ein wenig Regen oder auch Schnee wird uns aber nicht davon abhalten, in den Wald zu gehen", kündigt Ridder an. Dass dies auch für die Entwicklung der Kinder eine gute Sache ist, davon ist Ridder überzeugt. "Studien belegen, dass Kinder aus einem Waldkindergarten seltener krank sind. Und auch die Zahl der Unfälle ist deutlich geringer, da die Kinder motorisch fiter sind", sagt Ridder.

Das Areal, in dem sich die Kinder bewegen, ist zudem weitestgehend spielzeugfrei. Gespielt wird mit dem, was der Wald bietet. Die Schaffung einer dauerhaften Kunstwelt unter freiem Himmel liegt den Organisatoren fern. Die Kinder sind, so wie es Carlo Ridder ausdrückt, eben nicht nur "zu Besuch im Wald", sondern er ist ihr Kindergarten. Der gemütliche Bauwagen dient tatsächlich nur dem Schutz vor Unwetter oder der Einnahme des Mittagessens beziehungsweise der Einhaltung der Mittagsruhe.

Wie groß das Interesse an einem solchen Waldkindergarten ist, zeigte auch die InfoarmationsVeranstaltung am Samstagnachmittag, als zahlreiche Interessenten in die Gaststätte "Zur Rheinfähre" in Xanten gekommen waren, um sich über das Konzept informieren zu lassen. Keine Frage: sollte die letzte kleine Hürde genommen werden, steht dem ersten Waldkindergarten am oberen Niederrhein nichts mehr im Wege.

Quelle: RP
 
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