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Xanten
Großer Preis für junge Künstlerin

Xanten: Großer Preis für junge Künstlerin
Victoria Peters (9) hat beim Steinway-Klavierspielwettbewerb am 28. Oktober 2017 in Hamburg in ihrer Altersklasse (bis 17 Jahre) den dritten Platz erspielt. FOTO: dmx
Xanten. Die neunjährige Victoria Peters (9) aus der Domstadt Xanten hat vor mehr als 2000 Zuhörern in Hamburg beim Steinway&Sons-Wettbewerb den dritten Platz in ihrer Altersklasse gewonnen. Von Heidrun Jasper

Nein, Lampenfieber hat sie nicht. Bei einem Konzert oder Wettbewerb, da ist sie kurz vorher vielleicht ein bisschen aufgeregt, aber das legt sich schnell bei Victoria Peters. Und wenn sich die Neunjährige dann ans Klavier setzt - oder wie Ende Oktober beim großen Steinway & Sons Klavierspiel-Wettbewerb in Hamburg an den Konzertflügel -, dann vergisst sie alles um sich herum. Und spielt. Im großen Saal der Laieszhalle verschlug es den mehr als 2000 Zuhörern den Atem, als die junge Xantenerin ihre Notenblätter zurechtlegte, die ersten Töne des Stückes "Grane" von Jean Sibelius, ein mexikanischer Komponist, anschlug - und sich in die Herzen des Publikums und der Jury spielte: Platz drei in ihrer Altersklasse war der Lohn!

Victoria Peters war in Hamburg eines von 27 Klavier-Wunderkindern, die sich in Vorprüfungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart für das Finale qualifiziert hatten. Die Alteste war 16, die jüngste gerade einmal vier Jahre alt. Vier Jahre: So alt war auch die junge Xantenerin, als sie sich zum ersten Mal ans Klavier setzte. Dann meldete ihre Mutter Claudia sie an der Dom-Musikschule (dmx) an, mit fünfeinhalb Jahren begann der Klavierunterricht bei Agata Bacia-Szaforz, die seit 11 Jahren in der dmx Klavierlehrerin ist.

"Mit neun Jahren in der ausverkauften Laieszhalle zu spielen ist schon sensationell", sagt sich ihre Klavierlehrerin über den Erfolg ihres Schützlinges, die schon im Februar auf sich aufmerksam machte, als sie in Krefeld bei "Jugend musiziert" mit 25 Punkten den ersten Preis holte. Da hat Victoria auch Alissa aus Kleve kennengelernt, genau wie sie neun Jahre jung und seitdem ihre Freundin. "Wir wollten eigentlich in Hamburg zusammen vierhändig spielen", erzählt Victoria. Aber dazu war die Zeit zu knapp, und dann noch die Fahrerei von Xanten nach Kleve oder umgekehrt. Manchmal versuchen die beiden, über das Handy vierhändig zu spielen - und haben jede Menge Spaß dabei. Victoria Peters hat sich im September in Düsseldorf für den Steinway & Sons Wettbewerb qualifiziert. "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass Victoria gegen die starke Konkurrenz aus Japan als eine von zwei Preisträgerinnen ausgeguckt werden würde", erinnert sich Mutter Claudia noch genau an den Tag, als sie per E-mail darüber informiert wurde. In den Herbstferien ging es dann jeden Tag in den Keller der Dom-Musikschule, "da haben Mama und ich geübt und geübt und geübt". Mit ihrer Klavierlehrerin, die zu der Zeit gerade im Urlaub war, hatte sie täglich Kontakt. In Hamburg hatte Mutter Claudia vorsichtshalber in einem Klavierhaus eine Stunde gebucht, damit sich ihre Tochter einspielen konnte, denn in der Halle hatte jeder Teilnehmer dafür nur 15 Minuten Zeit. Die hätte die junge Xantenerin aber gar nicht gebraucht: Fehlerfrei war ihr Vortrag! "Victoria ist sehr aufmerksam im Unterricht, befolgt immer ihre Anweisungen, ist musikalisch sehr reif und auch vor und bei Auftritten sehr fleißig", lobt die Lehrerin ihre Schülerin, die montags und mittwochs zum Klavierunterricht kommt, vor Wettbewerben drei mal in der Woche. Ihre Klavierlehrerin sei ihr Vorbild, "wirklich", sagt Victoria Peters und strahlt Agata Bacia-Szaforz an. Als sie noch klein war, da habe sie immer auf dem Klavier von Mama gespielt, das "stand bei Oma, das haben wir rüber geholt, als ich fünf war". Jeden Tag übt die Neunjährige, die die vierte Klasse der Viktor-Gemeinschaftsgrundschule besucht und im nächsten Schuljahr zum Stiftsgymnasium gehen möchte. Außerdem singt sie noch im neuen Mädchenchor von Domorganist Matthias Zangerle und spielt Schach im Haus Michael. Ein Konzert der Französin Hél'ene Grimaud oder Martha Argerich, eine schweizerisch-argentinische Pianistin, würde sie gerne mal besuchen. Mathe und Musik sind ihre Lieblingsfächer, sagt sie. Ob sie sich vorstellen könnte, einmal Musik zu studieren? Ja, könnte sie - "aber genau so gerne Medizin!"

Quelle: RP
 
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