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Sonsbeck
Grundschule: Geld ist da -Bewerber fehlen

Sonsbeck. Schulamtsdirektorin Anna-Maria Eicker zum Lehrermangel: "Wir haben zu kämpfen." Von Heidrun Jasper

Anna-Maria Eicker, Schulamtsdirektorin im Kreis Wesel, brachte es im Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Generationen auf den Punkt: "Wir haben Geld, aber wir haben keine Bewerber." Damit sprach sie den Lehrermangel an Grundschulen an. Am 20. Juni seien die letzten Bewerbungen über ihren Tisch gegangen: "Wir haben zu kämpfen: 70 Schulen, an denen Lehrer fehlen, gleichmäßig und gerecht zu versorgen ist nicht so einfach". Da nutzte es auch wenig, dass Bürgermeister Heiko Schmidt auf die gute geografische Lage der kleinsten Gemeinde im Kreis Wesel hinwies, die sich geradezu anbiete, Springerstellen zu schaffen. Aber auch solche Lehrkräfte, die bereit sind, an Schulen auszuhelfen, an denen Not am Mann ist, müssten erst einmal gefunden werden. "Ich weiß, Sie können keine Wunder vollbringen, aber wir brauchen personelle Verstärkung an unserer Grundschule", so Schmidt.

Das würde auch Martin Nenno, Leiter der Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule, freuen. Er konnte allerdings einer Mutter (und CDU-Ratsfrau) versichern, dass es im neuen Schuljahr für alle drei ersten Klassen eine Lehrkraft gibt. 75 Jungen und Mädchen verlassen jetzt die Schule, 30 von ihnen gehen zum Gymnasium, 26 zur Realschule, 17 zur Gesamtschule Xanten-Sonsbeck und zwei zu einer Waldorfschule, so Nenno. 61 I-Dötze kommen im nächsten Schuljahr, dann besuchen insgesamt 259 Kinder die Sonsbecker Grundschule, neun davon mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Die gute Nachricht zum Schluss: Alle Kinder aus dem zweiten Schuljahr können schwimmen - und haben ihr Seepferdchen gemacht!

Für die Leiterin der S'Grooten-Hauptschule Monika Labmeier und ihre fünf Kollegen läuft die Uhr ab heute rückwärts. Die Schule ist angezählt, gestern wurden die 53 Schülerinnen und Schüler des 10-er Jahrganges im Kastell feierlich entlassen. Ein Drittel von ihnen werde eine Ausbildung beginnen, so Monika Labmeier; der große "Rest" geht zum Berufskolleg. Nach den Sommerferien wird der letzte 10-er Jahrgang mit 32 bis 36 Schülern an der Hauptschule unterrichtet.

Für Regina Schneider war es das letzte Mal, dass sie im Schulausschuss über "ihre" Gesamtschule Xanten-Sonsbeck berichtete, über die Projektwoche des achten Jahrgangs erzählte und über den neuen Schulgarten am Standort in Sonsbeck, an dem schon die ersten Kartoffeln geerntet werden konnten und der Salat heranwächst. Und dann kam er, der Moment, wo der Ausschuss "Auf Wiedersehen" sagen musste. Innovativ, individuell und integrierend sei der Führungsstil der engagierten Pädagogin Schneider gewesen, so Vorsitzender Gerd Reinders. Heiko Schmidt fügte ein viertes "i" hinzu: "In jedem Fall partnerschaftlich".

Quelle: RP
 
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