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Sonsbeck
Gute Aussichten

Sonsbeck: Gute Aussichten
Der marode, 26 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Dürsberg wurde 1981 errichtet. Die obere Plattform liegt exakt 100 Meter über NN. FOTO: Stoffel (Archiv)
Sonsbeck. Sonsbeck kämpft weiter um den Aussichtsturm auf dem Dürsberg. Nachdem der Touristen-Magnet im vergangenen Jahr wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste, zeichnet sich nun ein Weg für einen Neubau ab, das gestern Abend erstmals der Politik vorgestellt wurde. Von Heinz Kühnen

Eine Reparatur des Turms, der mit einer Höhe von 100 Meter über dem Meeresspiegel bei gutem Wetter einen fantastischen Blick bis ins Ruhrgebiet ermöglicht, würde weit über 100.000 Euro kosten. "Viel zu teuer", befand bereits der Gemeinderat. 500.000 Euro sind deshalb im Haushalt vorsorglich für einen Neubau eingeplant - mit der Hoffnung auf Unterstützung vom Land. Doch schon bei den ersten Gesprächen im Wirtschaftsministerium war klar geworden, dass es allein für die Baumaßnahme kein Geld vom Land geben würde", sagt Bürgermeister Heiko Schmidt. Ein Tourismuskonzept muss her.

Das hat jetzt das Kölner Büro "ift Freizeit- und Tourismusberatung" erstellt - ein umfangreiches Werk mit vielen Daten und Fakten und verschiedenen Bausteinen für den Einstieg in die Tourimusförderung auf 122 Seiten, das nach der Sommerpause auch in den politischen Gremien beraten werden soll. Ein Baustein allerdings bedarf der Eile. "Wir schlagen vor, Mitglied der sogenannten Römer-Lippe-Konferenz zu werden", so Schmidt gestern Abend im Bau- und Planungsausschuss. Die Versammlung der Kommunen entlang der 295 Kilometer langen Hauptroute tage aber nur einmal im Jahr. "Und wenn wir die Sache in Düsseldorf vorantreiben wollen, drängt die Zeit für einen Ratsbeschluss." Bislang endet die in Detmold am Hermannsdenkmal beginnende Römer-Lippe-Route in Xanten. Vom dortigen Markt aus könnte, so die Planung, das mit thematischen Wegschleifen 449 Kilometer umfassende Wegenetz um eine "Römische Wasserquellen-Schleife" über die Sonsbecker Schweiz nach Sonsbeck führen - und auf anderen Wegen wieder zurück. Auf den Spuren eben jener neun Kilometer langen römischen unter- und oberirdischen Wasserleitung, mit der die Colonia Ulpia Trajana mit Wasser aus den Quellen der Endmoräne versorgt wurde.

Die Schleife würde auch am Aussichtsturm vorüberführen. 10.000 Euro, so Schmidt, koste die Beschilderung durch die Römer-Lippe-Konferenz, die 2000 Euro im Jahr als Mitgliedsbeitrag von der Gemeinde erhebt. "Wichtig für uns ist, dass wir uns keine großen Unterhaltungskosten ans Bein binden", sagt Schmidt. Der Neubau des - wie auch immer gearteten - Aussichtsturms wird mit etwa 650.000 bis 680.000 Euro netto veranschlagt - samt Wegen und Parkplätzen. Und rundherum könnte es noch einen Niedrigseilgarten und Spielplatz oder einen Naturerlebnispfad geben. Macht - jetzt mit Mehrwertsteuer 830.000 Euro, wobei eine 60-prozentige Förderung aus dem regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm (RwP) im Raum steht. "Wir wären dann mit 320.000 dabei", rechnet Schmidt vor.

"Eine Investition in die Zukunft", sagt der Bürgermeister, denn die Radler, die jetzt schon auf dem Alleenradweg in großer Zahl gesichtet werden, würden auch direkt in den Ort geführt. "Und Freizeitradler geben im Einzelhandel und in Beherbergungsbetrieben auch Geld aus", verweist Schmidt auf einschlägige Statistiken. Das stärke die heimische Wirtschaft. Stimme der Rat zu, so würde der Antrag so schnell rausgehen, dass die Förderbewilligung im nächsten Jahr erfolgen könne, hofft Schmidt. Planung und Umsetzung bräuchten danach gut drei Jahre Zeit. Schmidt: "2021 könnten die Radler kommen, wenn wir die Sache jetzt ins Rollen bringen."

Quelle: RP
 
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