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Xanten
Gymnasium wird zum spanischen Sprachdorf

Xanten. Schüler der Partnerschule in Benidorm besuchen die Xantener Schule. Das schafft Gelegenheiten, die Fremdsprache in Alltagssituationen praktisch anzuwenden. Der Schüleraustausch endet in dieser Woche. Von Sabine Hannemann

Spanische Verhältnisse am Xantener Stiftsgymnasium (SSGX). Dafür sorgen die Jungen und Mädchen der Partnerschule in Benidorm. Das einwöchige Programm ist bunt. Der Austausch gerade in spanischer Sprache steht im Mittelpunkt - so im so genannten "Spanischen Sprachdorf", in dem an verschiedenen Stationen Alltagssituationen trainiert werden: am Marktstand beim Einkauf von Obst und Gemüse, von "manchego de cabra" (Ziegenkäse) oder beim Besuch einer Boutique.

"Tengo dolor de estómago" heißt die Frage in der Apotheke, um ein Medikament gegen Magenverstimmung zu erhalten. An einer anderen Station gaben Gastschüler Hilfe für denjenigen, der sich in Madrid verlaufen hat. Der spielerische Umgang mit der Sprache hat Vorfahrt. Selbst Schulleiter Franz-Josef Klaßen übt sich beim Einkauf auf dem Wochenmarkt. "Ich habe Zutaten für eine Paella eingekauft", sagt er nach dem Besuch im Sprachdorf.

Jungen und Mädchen der Oberstufe fragen sich durch und werden immer sicherer, wie Spanisch-Lehrerin Marion Zelgert beobachtet. Die erste Gruppe, die das Sprachdorf besucht, "hat erst seit letztem Sommer Spanisch-Unterricht. Sie haben zur Sicherheit verschiedene Fragen aufgeschrieben", erzählt sie.

Das Zusammenspiel klappt immer besser, "weil einfach Hemmungen wegfallen und die Verständigung auch mit Händen und Füßen viel Spaß macht", sagt Spanisch-Lehrerin Bea Görtz. Roció Villar (16) und Neus Mascaró (16) kommen aus Benidorm und genießen ihre Zeit in Xanten, eine Stadt, die ihnen richtig gut gefällt. Eben anders als die Bettenburgen von Benidorm.

Unterschiede zum spanischen Leben haben sie ausgemacht. Deutsche essen viel Gemüse, gemeinsame Mahlzeiten sind nicht wie in Spanien erst um 22 Uhr, sondern früh am Abend. Imposant finden sie das Stiftsgymnasium schon wegen seiner Größe, Klassenräume seien gut ausgestattet. "Die Schule ist sehr modern und der Unterricht ist gut strukturiert. Die Schüler sind sehr diszipliniert", so ihr Fazit.

Roció möchte später in Deutschland Medizin studieren, Neus eine Polizeiausbildung machen. Für Dana von Dahlen (17) ist Spanisch mittlerweile nicht mehr schwer. Seit bald zwei Jahren hat sie das Schulfach. Das Sprachdorf findet sie gut, mit dem Besuch aus Benidorm gibt es keine Berührungsängste. "Die sind total offen, lustig und herzlich", sagen Julia Heind (16) und Alicia Utzka (17). Ein Auslandsjahr in Spanien nach dem Abitur, das würden diese Schülerinnen sofort machen.

Das Austauschprogramm befindet sich im achten Jahr und ist nachhaltig, wie Bea Görtz und Patricia Krohn im Rückblick feststellen. "Spanisch wird in vielen Ländern gesprochen. Das Land Spanien selbst ist für unsere Schüler so interessant, dass einige sogar nach dem Abi Spanisch studieren möchten", so die Lehrerinnen.

Quelle: RP
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