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Xanten
Helmut Sommer wird heute 80

Xanten. Domküster, Nachtwächter, Stadtführer, Domherr und neunfacher Großvater

"Machen Sie nicht so viel Gedöns", bittet Helmut Sommer. "Machen wir nicht", versprechen wir. Aber es muss ja mal gesagt werden, dass der stadtbekannte langjährige Küster, Nachtwächter, Dom- und Stadtführer Helmut Sommer heute 80 wird! Dabei wollte der gelernte Automechaniker doch eigentlich Fahrlehrer werden, stand kurz vor der Prüfung, als ihn der damalige Propst Wilms 1966 ansprach: "Mensch, Helmut, willst du nicht Küster bei uns werden?" "Nee, die Kirche zahlt nicht gut", lehnte Sommer genau wie schon sein Vater ab - und sagte dann doch aus Liebe zum Dom "Ja". 33 Jahre lang übte er das Amt des Küsters aus, erlebte in seinem ersten Dienstjahr die Wiedereinführung der ersten großen Viktortracht mit 30.000 Teilnehmern.

Sommer gehörte zur letzten Gruppe der Kinder, die am 4. Februar 1945 im Dom zur Kommunion gingen - sechs Tage später lag die Stiftskirche in Trümmern. An der Niederstraße 12 stand das Elternhaus von Helmut Sommer; "du bist im Nonnenkloster geboren", unkten Weggefährten des am 10. Dezember 1935 Geborenen, der mit seinen Eltern und seiner Schwester (damals 35) kurz nach seiner Kommunion aus Xanten fliehen musste und auf abenteuerlichem Weg in Bayern landete, wo die Familie mit Hilfe seines Schwagers (der mit einer weiteren Schwester verheiratet war und in Bayern lebte) bei einem Bauern in einem kleinen Dorf in Oberfranken unterkam. "Wir haben überlebt", sagt Helmut Sommer und erinnert sich noch genau an die Rückkehr nach Xanten im Sommer 1945: Die Heimatstadt war größtenteils zerstört, auch das Elternhaus stand nicht mehr. Die Familie bezog eine winzige Ein-Zimmer-Wohnung im heutigen Rathaus, der Vater (Lehrer) baute die Volksschule an der Bemmelstraße wieder mit auf. Helmut Sommer wurde Messdiener im Dom, ging in die Lehre, heiratete. Und wurde Küster.

Bis heute ist der Vater von vier Kindern und neunfache Großvater viel mit der Fiets unterwegs, stand viele Jahre bei Kolping (Halt Pölje) in der Bütt. Noch immer gehört er der Läutekompanie im Dom an und der Türmerzunft, die sich jedes Jahr einmal trifft (nächstes Jahr in Dänemark). Sommer ist einer der acht Rentner ("Domherren"), die werktags den Altardienst in St. Viktor machen. Und all das will er auch in Zukunft machen. Er wünscht sich zum Geburtstag Gesundheit und Frohsinn.

"Machen Sie nicht so viel Gedöns". Machen wir nicht, versprochen - und schließen uns heute einfach den vielen Glückwünschen zum 80. Geburtstag an!

(jas)
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