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Xanten
"Hexenfieber" - einfach ansteckend

Xanten. Das Kinder- und Jugendtheater in Menzelen feierte einen gelungenen Premiere und erntete viel Beifall. Von Sabine Hannemann

So macht das Theaterspiel Spaß und begeistert das Publikum. Das katholische Pfarrheim in Menzelen-Ost wurde zum Spielort für den Schauspielnachwuchs des KiJuThe. Die Kurzform steht für das das Kinder- und Jugendtheater Menzelen. Das Stück "Hexenfieber" stand auf dem Spielplan. Das Stück erlebte jetzt seine Premiere, gleich zwei weitere Aufführungen folgten.

Erleichterung schwang bei jedem Schlussapplaus mit. So gesehen, eine stramme Leistung, die auch die jungen Schauspieler beflügelt hat, wie von Marie Giesen (12) zu erfahren war. "Das Stück macht einfach Spaß", sagte sie. Ihr gefällt am Spiel "alles" - vom Schauspielern, über die Bühnengestaltung, die Werbung - bis hin zum Applaus.

Klar, dass auch die Aufregung und das Lampenfieber mit von der Partie sind. Gummibärchen hinter der Kulisse sorgten für Nervennahrung bei jedem Auftritt. Probe und Auftritt sind eben doch nicht dasselbe. "Bei der Premiere haben wir das schon gemerkt. Wir waren sehr aufgeregt, aber alles lief gut", erzählte Marie, die die Rolle der Walpurga Schlotterbeck spielte.

Alle Akteure sind ins Spiel gekommen, gingen ganz in ihren Rollen auf und haben sich vom Applaus des Publikums belohnen lassen. Bereits seit Ostern wurde geprobt. "Jede Rolle hat ihren eigenen Charakter", sagte Marie. Die Botschaft des Stückes Hexenfieber passe, so Marie weiter, "auf fast alle Situationen im Alltag."

Bei dem Stück von Werner Schulte dreht sich alles um zwei Neuankömmlinge, die im Dorf Fuß fassen wollen. Es geht um Vorurteile und Intoleranz, Intrigen, typische Klischees und das Beschwören dunkler Mächte. Selbst die Bürgermeisterin (Lara Költgen) ist entsetzt und lässt Walpurga Schlotterbeck als vermeintliche Hexe festnehmen. "Ich bin enttäuscht von Ihnen", erklärte sie.

Dass Walpurga Schlotterbeck aus Kräutern Heilsäfte und Salben "braut", genügen dem Pfarrer (Marco Alkämper) und vielen anderen im Dorf, sie als gefährliche Hexe zu diffamieren, wie Transparente "Nieder mit der Hexenküche" verdeutlichen. Sie steht unter dem Verdacht, den Pfarrer vergiftet zu haben.

Massenhysterie droht. Doch der Mann der Kirche verrät sein besonders perfides Spiel zum Schluss selber. Denn eigentlich wollte er die alte Kapelle haben, die die Bürgermeisterin den beiden Flüchtlingen zur Verfügung gestellt hat. Der Pfarrer wollte dort die neue Friedhofskapelle bauen. Ganz zum Schluss bahnt sich zwischen Walpurga und dem Dorfarzt sogar eine Praxisgemeinschaft an.

16 Aktive spielten ihre Rollen mit Bravour. Moritz Tenbergen (9) war als Michael Schade erstmals dabei. "Die Resonanz aus dem Publikum ist einfach super", freute sich Mutter Stefanie. Die Vorbereitungszeit und die Proben hat sie hautnah miterlebt. "Mit jeder Aufführung haben wir eine Steigerung feststellen können", lobte sie.

Und für Marie Giesen stand noch vor dem letzten Vorhang fest: "Ich freue mich schon auf das nächste Stück." Angeleitet wurde das Ensemble von Melanie Giesen, Lydia Költgen und Elke Rogmann.

Quelle: RP
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