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Xanten
Hohe Qualität des Hospitals bescheinigt

Xanten: Hohe Qualität des Hospitals bescheinigt
Die Zertifikate für das Hospital präsentieren (v. l.) : Renate Sillich, Chefarzt Dr. Olaf Nosseir, Michael Derksen und Qualitätsbeauftragte Nicola Hübers. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Xanten. Die Qualitätssiegel für das Xantener Krankenhaus wurden erneut verliehen. Der Regierungsentwurf zum so genannten Krankenhausstrukturgesetz bereitet Sorgen. Brief der Geschäftsführung an die örtlichen Bundestagsabgeordneten. Von Richard Lucas-Thomas

Zertifiziert und gesiegelt: Das Sankt-Josef-Hospital Xanten erfüllt weiterhin die hohen Qualitätsstandards, die im modernen Gesundheitswesen für Krankenhäuser gelten. Mit insgesamt acht Zertifikaten wurden die Qualitätssiegel für das Hospital erneut verliehen. In diesen Tagen kamen die letzten Bestätigungen der unabhängigen Prüfkommissionen auf den Tisch von Geschäftsführer Michael Derksen.

Zertifiziert sind die Hauptabteilung Geriatrie (sowohl als geriatrische Akutklinik als auch als Tagesklinik) und in der Hauptabteilung Chirurgie das Endoprothesenzentrum und das Hernienzentrum Niederrhein am Sankt-Josef-Hospital Xanten. Erneuert wurde bereits im Januar das MRSA-Siegel der Euregio für die Qualität in der Bekämpfung von Krankenhauskeimen.

FOTO: Ostermann

Seit dem Frühjahr bis in den Sommer hinein wurde die Qualität im Josef-Hospital geprüft. Neben den medizinischen Schwerpunkten gehören in separaten Zertifizierungsverfahren Managementstrukturen, Ausstattungen, Küche, Reinigung, Technik, Arbeitsschutz und Umweltschutz zu den Prüfkriterien. Seit 2014 verfügt das Xantener Krankenhaus auch über das europäische Grundzertifikat nach DIN ISO 9001:2008. Damit ist das Hospital berechtigt zu weiteren Spezialisierungen in Zentren.

Das Sankt-Josef-Hospital unterzieht sich bereits seit 2005 freiwillig den Qualitätsprüfungen. Die Nachricht von den Zertifizierungen passt somit gut in die aktuelle Diskussion über den Regierungsentwurf zum sogenannten Krankenhausstrukturgesetz. Denn darin soll die unabhängig überprüfte Qualität Leitlinie für die finanzielle Förderung von Krankenhäusern sein.

Was jedoch im Gesetzentwurf als "Qualitätsoffensive im Gesundheitswesen" angekündigt wird, stößt bundesweit auf Widerstand der Krankenhaus-Trägerverbände: Mit dem Gesetzentwurf versäume es der Gesetzgeber erneut, die Voraussetzungen für eine auskömmliche Vergütung bedarfsnotwendiger Krankenhäuser zu schaffen. Der Gesetzentwurf leiste keinen Beitrag zur Verbesserung der angespannten Personalpolitik in den Kliniken; vielmehr verstärke er den Einspardruck auf Kliniken und Personal weiter. Die positiv besetzte Qualitätsthematik werde instrumentalisiert, um Kliniken schließen zu können. Er übersehe die anerkannte hohe Qualität der Krankenhausversorgung, stelle Mitarbeitende unter Generalverdacht und säe damit Misstrauen und Verunsicherung bei den Patientinnen und Patienten.

Übrigens: Das Sankt-Josef-Hospital stellt immer wieder unter Beweis, dass auch kleinere Krankenhäuser in der Lage sind, eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten. Beispielhaft zeigen dies nicht nur die verliehenen Qualitätssiegel, sondern auch die jüngsten Ergebnisse aus den aktuellen Patientenbefragungen der Krankenkassen.

Umso unverständlicher nimmt die Geschäftsführung des Josef-Hospital Verlautbarungen gesundheitspolitischer Sprecher zur Kenntnis, die die Überlebensfähigkeit kleinerer Krankenhäuser anzweifeln. Michael Derksen: "Derartige Äußerungen sind sachlich völlig unzutreffend und zielen möglicherweise auf die Krankenhausdichte in Ballungsräumen ab. In unserer Region steht das Sankt-Josef-Hospital jedenfalls für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung ein, und zwar mit Erfolg."

In diesem Zusammenhang hat die Geschäftsführung des Krankenhauses in einem Brief an die Wahlkreisabgeordneten Sabine Weiss (CDU) und Dr. Ulrich Krüger (SPD) beispielhaft darauf aufmerksam gemacht, dass der Gesetzentwurf handfeste Streichungen vorsieht: Ab 2017 soll der sogenannte Versorgungszuschlag für alle Krankenhäuser fallen. Das Xantener Hospital verlöre dann pro Jahr 128 690 Euro. Dieses Geld werde jedoch dringend für die Finanzierung des Personals benötigt.

Quelle: RP
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