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Xanten
Hospital baut das Haus Katharina um

Xanten: Hospital baut das Haus Katharina um
Die Endoskopie des Sankt-Josef- Hospitals ist weit über die Stadtgrenzen bekannt. Das weiß auch Dr. Gregor Müller, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Aus diesem Grunde sollen im Haus Katharina neue Räume für die Technik der Spiegelung entstehen. FOTO: Fischer
Xanten. Das Sankt-Josef-Hospital hat den Wandel vom Landkrankenhaus zum modernen Hospital vollzogen. Aktuell werden 4,2 Millionen Euro in die Endoskopie, Viszeral- und Handchirurgie gesteckt. Auch Kurzzeitpflegeplätze sind gefragt. Von Peter Kummer

Viele reden vom Bettenabbau, Michael Derksen nicht. Im Gegenteil: Das Sankt-Josef-Hospital kann demnächst mit zusätzlichen Betten rechnen. Acht weitere sind beantragt. Der Geschäftsführer hat ein positives Gefühl, dass sie von der Bezirksregierung genehmigt werden. Damit würde die Geriatrie weiter ausgebaut. "Die Auslastung ist schon jetzt gut", sagt der Xantener.

Michael Derksen lässt Zahlen sprechen: Die Zahl der stationär behandelten Fälle ist seit 2006 um mehr 25 Prozent gestiegen, der Belegungsgrad um fünf Prozent und dies, obwohl die Verweildauer heute deutlich niedriger ist als noch vor elf Jahren. Die Zufriedenheit der Patienten schlägt sich auch in einer aktuellen Umfrage nieder. 750.000 Bewertungen aus den rheinlandweiten Kliniken wurden ausgewertet. Das Sankt-Josef-Hospital erreichte in zwei von vier Qualitätsdimensionen erneut einen Spitzenplatz in den Top Ten. Demnach würden 88 Prozent der Patienten das Krankenhaus weiterempfehlen. Bei der ärztlichen Versorgung und der pflegerischen Betreuung lag es mit 85 Prozent ebenfalls über dem rheinlandweiten Durchschnitt.

Auch Klaus und Ursel Koch sind mehr als zufrieden mit dem Krankenhaus. "Hier wird mit viel Mühe, Sorgfalt und menschlicher Wärme gearbeitet", berichten sie über ihre eigenen Erfahrungen als Patienten.

Das Sankt-Josef hat den Wandel vom Landkrankenhaus zu einem modernen Hospital längst vollzogen, wie auch die vielen Zertifizierungsverfahren zeigen. Ja, es ist seiner Zeit teilweise sogar schon voraus. Erst vor kurzem hatte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann von den Krankenhäusern mehr Zusammenarbeit gefordert. Behandlungsschwerpunkte sollen gebildet werden. "Da sind wir schon ziemlich weit. Wir kooperieren in vielen Bereichen mit anderen Einrichtungen", erläutert Derksen, vor allem mit dem St. Bernard in Kamp-Lintfort. So wurde vor kurzem erst ein gemeinsames Tumorzentrum eröffnet, von dem alle profitieren. Sankt-Josef-Spezialisten für Geriatrie werden von anderen Krankenhäusern konsultiert und fahren bei Bedarf auch in die Kliniken der Kreise Wesel und Kleve.

Das Krankenhaus gehört zur Gesellschaft der Katharinenschwestern mit Sitz in Münster. 6200 Menschen nimmt das Sankt Josef im Jahr stationär auf, die Zahl der ambulanten Patienten liegt nur leicht darunter. Hauptabteilungen sind Innere Medizin, Chirurgie, Geriatrie, Anästhesie und die Intensivstation. Zudem besteht eine Belegabteilung für Augenheilkunde. Etwa 235 Mitarbeiter bilden den Personalstamm.

Mangel an Bewerbern für den Beruf als Pfleger gibt es nicht. "Die Nachfrage nach einer Ausbildung ist groß", betont Derksen. Sicherlich stelle die Arbeit große emotionale Anforderungen; aber viele motiviere die Aussicht, anderen zu helfen und Gutes zu tun. "Wir sind aber nicht nur der größte Arbeitgeber in der Stadt", sagt der Verwaltungschef. Das Krankenhaus ist darüber hinaus ein großer Auftraggeber für Xantener Handwerksunternehmen.

Ein baulicher Meilenstein in der Geschichte des Sankt Josef war das Jahr 2002. Damals wurde der neue Westflügel in Betrieb genommen. Mit rund sechs Millionen Euro des Landes und zusätzlichen vier Millionen des Krankenhauses finanziert. Derksen: "Seitdem haben wir uns unglaublich entwickelt. Der Bau hatte keinen Einfluss auf den Krankenhausbetrieb. So konnten wir auch das Haupthaus sanieren. Bis dahin gab es auf den Patientenzimmern keine eigenen Nasszellen oder Duschmöglichkeiten." 2013 wurde der Westflügel erweitert um eine geriatrische Tagesklinik, verbunden mit einer Bettenstation.

Aktuell steht der Umbau von Haus Katharina an. Dort entstehen Räume für Endoskopie, Viszeral- und Handchirurgie sowie für die Nachsorge von ambulant operierten Patienten. Baukosten: etwa 4,2 Millionen Euro.

Der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen für Menschen steigt kontinuierlich. Sie müssen versorgt werden, bis sie auf Dauer in ein Heim umziehen können. Oder ihre pflegenden Angehörigen benötigen eine Auszeit, um wieder Kraft zu tanken. "Unsere Zimmer sind stark gefragt", weiß Derksen und berichtet von einer Erweiterung. Von Januar an will der Caritasverband Moers-Xanten im früheren Personalwohnheim weitere 13 Kurzeitpflegeplätze anbieten, ihre Zahl steigt dann auf 27.

Quelle: RP
 
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