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Bewegen Hilft Die Institutionen
"Ich bin seelsorgender Sozialarbeiter"

Bewegen Hilft Die Institutionen: "Ich bin seelsorgender Sozialarbeiter"
Sein Rat ist gefragt: Franz-Josef Francken, Mitarbeiter der Caritas-Beratungsstelle am Klever Tor. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Guido Lohmanns Charity-Aktion wird in diesem Jahr auch die Caritas-Beratungsstelle an der Klever Straße unterstützen. Von Erwin Kohl

Xanten Auch in diesem Jahr möchte Volksbank-Chef Guido Lohmann möglichst viele Menschen mit seiner Charity-Aktion "Bewegung hilft" mobilisieren. Mehr als 1000 Menschen aus der Region haben sich im vergangenen Jahr daran beteiligt und so fast 50 000 Euro für soziale Einrichtungen gesammelt. Am Freitag, 28. August, geht es mit Radio-KW-Moderator Marc Torke auf dem Xantener Marktplatz los; beendet wird das sportliche Treiben für den guten Zweck am 25. September.

Unter den Profiteuren dieser Aktion ist in diesem Jahr auch die Caritas-Beratungsstelle an der Klever Straße in Xanten. Henric Peters, Geschäftsführer des Caritasverbands Moers-Xanten, freut sich darüber besonders: "Wir haben es mit viel Mühe geschafft, in Xanten eine halbe Stelle zu etablieren. Unsere Finanzierung ist nach wie vor ein einziger Flickenteppich. Dabei ist Sozialberatung Daseinsvorsorge für die Bürger und somit eine kommunale Aufgabe." Der Flickenteppich der Finanzierung besteht aus Geldern der städtischen Sozialstiftung, aus Zuwendungen der Nachbarkommunen Alpen und Sonsbeck, den Pfarrgemeinden Alpen und Xanten sowie der Caritaskonferenz. Eine stabile, auf Nachhaltigkeit angelegte Finanzierung, sehe anders aus, so Peters. Eine Änderung dieser Situation sei aber für die Stadt Xanten aufgrund der klammen Haushaltslage nicht möglich, wurde Peters mitgeteilt.

Anlass zur Hoffnung gab ihm jetzt der Verwaltungschef der Domstadt. "Bürgermeister Thomas Görtz nimmt nicht nur persönlich an der Aktion teil, er hat unser Beratungsbüro auch als Spendenempfänger empfohlen. Für uns ist das fast überlebenswichtig", so Peters. Das Geld soll dazu dienen, Menschen, die in Not geraten sind, weiterhin helfen zu können. "Es geht dabei sehr oft um die Existenzsicherung von Familien oder Alleinerziehenden. Aber es kommen auch immer mehr ältere Menschen zu uns, die keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Das ist gerade in Xanten ein sehr großes Problem", erklärt Franz-Josef Francken, Mitarbeiter der Beratungsstelle am Klever Tor.

Das betrifft natürlich auch Obdachlose, für die die Beratungsstelle der Caritas gerade im Winter oftmals der letzte Ausweg ist. "Wir bauen zwar keine Wohnungen, aber wir haben Kontakte. Das kann manchmal reichen", sagt Peters. Immer häufiger kommen auch Bezieher von ALGII, gerade in der letzten Monatswoche. "Wenn kein Geld mehr da ist und die Kinder dringend etwas benötigen, muss ich Mittel und Wege finden. Ich bin eigentlich ein seelsorgender Sozialarbeiter", berichtet Francken. Drei Stunden in der Woche stehen ihm für die Sozialberatung zur Verfügung. Viel zu wenig, um ausreichende Hilfe leisten zu können. "Ich erfülle eine Feuerwehrfunktion, kann nur existenzbegleitende Hilfe anbieten", bedauert Francken. Die Spenden aus der Aktion "Bewegen hilft" seien dringend benötigte Tropfen, aber sie fielen auf einen heißen Stein.

Quelle: RP
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