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Xanten
IGX und Weihnachtsmarkt: Tandem seit 25 Jahren

Xanten. Das schafft längst nicht jeder im ehelichen Leben. In diesem Fall ist es die "Ehe" zwischen den Kaufleuten und dem Weihnachtsmarkt, die sich vor 25 Jahren auf dem Großen Markt das Ja-Wort gegeben haben. Von Heidrun Jasper

Ein Jubiläum, das gefeiert werden muss, findet nicht nur Ludger Lemken als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten (IGX): In der jüngsten Versammlung gingen die Geschäftsleute mehrheitlich mit dem Vorstand konform, dass der 25. Weihnachtsmarkt vom 24. November bis 22. Dezember mit einer besonderen Aktion gefeiert werden muss. Einem Quiz an zwei Samstagen während des Weihnachtsmarktes beispielsweise, bei dem die Preise attraktiv genug sind, dass es sich für den Bürger auch lohnt, mitzuspielen. Details werden noch geklärt. Der ersetzt nicht die "normale" Weihnachtsverlosung, bei der es als Hauptpreis wieder ein nagelneues Auto - einen VW up! - zu gewinnen gibt

Dass der Verein gut gewirtschaftet und in der Kasse ein paar Euro sind, kommt übrigens allen Bürgern zugute: Die IGX will die Weihnachtsbeleuchtung erneuern, die Sterne aufhübschen, rund um den großen Markt komplett auf LED umstellen. Die sieben Jahre alten blauen Lämpchen haben ausgedient, auf einstimmigen Beschluss der Versammlung soll der Jahresgewinn und die Rücklage in eine "zukunftsfähige Weihnachtsbeleuchtung" gesteckt werden. Auch mit der Stadt hat der Vorstand ein Agreement getroffen: Sie hängt die Beleuchtung auf und später wieder ab.

Kritische Worte konnte sich der IGX-Vorsitzende allerdings nicht verkneifen: "Das Boot fährt immer nur, wenn alle rudern. Und vor allem in die gleich Richtung rudern", so Ludger Lemken an die Adresse mancher Mitglieder, die einfach abtauchen, wenn es gilt, sich für eine gemeinsame Aktion stark zu machen. Beispiel: Das vom Land geförderte Heimatschoppen, das auch überregional beworben werde. Lemken verwies auf die Nachbarkommunen, die hier richtig Gas geben. Sonsbeck sei für ihn ein Phänomen: "Da machen alle mit, holen die Tüten fürs Heimatshoppen ab, packen da zum Beispiel sechs Brötchen zum Preis von fünfen 'rein".

"Wir als Vorstand dagegen haben nur Schelte bekommen", appellierte der Vorsitzende an die Geschäftsleute, sich nicht länger durchs Internet ins Aus katapultieren zu lassen. "Das ist doch nur eine Alibi-Kiste vom Land, ein Trostpflästerchen, um den Mittelstand zu hofieren", warf Hans de Fries ein, der viele Jahrzehnte dem Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe (heute IGX) vorstand und noch immer regen Anteil am Geschäftsleben in Xanten nimmt. "Wir als Verein sind dafür da, den Betrieben zu helfen. Da reicht es nicht, Tüten mit dem Aufdruck Heimatshoppen zu verteilen", so de Fries, der den Kaufleuten in der Domstadt eine gewissen Bequemlichkeit unterstellte. Allerdings musste er einer Geschäftsfrau recht geben, die die Aufmachung des Heimatshoppings als "total dröge" bezeichnete.

Quelle: RP
 
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