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Xanten
Im Einsatz für die Reise nach Kenia

Xanten: Im Einsatz für die Reise nach Kenia
Die Kenia-Gruppe und die Macadamia-Nüsse: Zoe Sanders und Jule Exner (vorne), dahinter von links Anette Artz, Elke Demuth (beide Weltladen Xanten), Larissa Bettray, Rike Verweyen- Thenagels und Lehrerin Kornelia van Stephaudt FOTO: Armin Fischer
Xanten. Sie sind 15 Jahre jung, besuchen die Klasse zehn des städtischen Stiftsgymnasiums und wollen für vier Wochen nach Kenia - zwei Wochen vor den Herbstferien, zwei Wochen in den Ferien vom 5. bis zum 17. Oktober. Und dafür brauchen die vier Mädchen Geld. Von Heidrun Jasper

8400 Euro kostet die Reise für alle zusammen, für Flug (ab Düsseldorf), Betreuung, Verpflegung und Unterkunft im Gastland, Versicherung, Vorbereitungsseminare. 1900 Euro muss jede von ihnen erwirtschaften, je 200 Euro sind dann noch aus eigener Tasche zu bezahlen. Erwirtschaften heißt tatsächlich, dass sie das Geld nachweislich durch Aktionen wie Waffeln- und Kerzenverkaufen, Autowaschen, Fahrräderputzen zusammenkriegen, nicht etwa durch großzügige Spenden der Verwandtschaft oder anderer freundlich gesonnener Mitmenschen.

Seit November sind Larissa Bettray, Zoe Sanders, Jule Exner und Rike Verweyen-Thenagels im Kenia-Team des Stiftsgymnasiums, das sich seit Neuestem wegen seines innovativen Engagements "Welt:Klasse-Schule" nennen darf und damit zu den zwölf Schulen gehört, die bundesweit ausgeguckt wurden. Die Lehrerinnen Kornelia van Stephaudt und Dagmar Roters betreuen das Kenia-Projekt. In Kenia leben und arbeiten die Mädchen bei Kleinbauern, die an den Hängen des Mount Kenya nördlich von Nairobi Macadamia anbauen - Nüsse, die viele ungesättigte Fettsäuren haben und reich an Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink und verschiedenen Vitaminen sind. Nüsse also, die nicht nur sehr gesund sind, sondern auch eine ganz besondere Geschmacksrichtung haben. Fünf Jahre dauert es, ehe ein Macadamia-Setzling die ersten Früchte (Nüsse) trägt und abwirft.

Die Ernte wird eingesammelt und von den Kleinbauern gegen faire Entlohnung zum Processing-Center gebracht, wo sie geknackt, getrocknet, geschält, vakuum-verschweißt und zum Hafen von Mombasa transportiert werden. Von dort geht es per Schiff nach Rotterdam und von dort aus nach Hamburg, wo die Nüsse verzollt und an die Welt:Klasse-Schulen verschickt werden.

Und hier kommt der Xantener Eine-Welt-Arbeitskreis ins Spiel, mit dem die vier Schülerinnen des Kenia-Teams eine Kooperation eingegangen sind: Im Weltladen an der Kurfürstenstraße werden die Macadamia-Nüsse verkauft, die 470-Gramm-Packung für zehn Euro. 2,50 Euro von jeder verkauften Packung kommt in den Sparstrumpf des Kenia-Teams. Für die 180 Milliliter-Flasche Macadamia-Öl zahlt der Kunde sechs Euro, davon gehen 1,50 Euro an das Kenia-Team.

Auch bei "Kraut & Rüben" an der B 57 in Birten haben die Mädchen ihre Nuss-Pakete abgegeben. Jetzt wollen sie noch Kontakt zu örtlichen Supermärkten aufnehmen, die Eine-Welt-Produkte verkaufen.

Quelle: RP
 
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