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Sonsbeck
Im Kastell darf's im Jahr zehnmal lauter werden

Sonsbeck: Im Kastell darf's im Jahr zehnmal lauter werden
FOTO: Ostermann, Olaf
Sonsbeck. Eine Mediationsverhandlung endete mit einem Vergleich. Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Annahme der Neuregelung empfohlen. Grundsätzlich herrscht Rauchverbot im Gebäude. Von Heinz Kühnen

Der Streit schwelt schon zig Jahre, und der Anlass ist zumindest nachvollziehbar. Seit der offiziellen Eröffnung der Begegnungsstätte Kastell im Jahr 1988 gab es dort immer mal wieder Veranstaltungen, die schon sehr laut waren. Und das dann noch bis tief in die Nacht. Die Nachbarschaft beschwerte sich. Und vor zwei Jahren flatterte der Stadt dann eine Klage ins Haus. Die endete jetzt nach einer Mediationsverhandlung mit einem Vergleich. Der wesentliche Punkt: Es darf schon lauter werden. Aber nur zehnmal im Jahr bei Veranstaltungen, die über 22 Uhr andauern.

Der Rat muss der Änderung der Benutzungsordnung noch zustimmen. Derweil hat allerdings das zweithöchste politische Gremium der Gemeinde, der Haupt- und Finanzausschuss, die Annahme der Neuregelung empfohlen. Einstimmig. Da wird der Rat in seiner Sitzung am nächsten Dienstag, 3. Mai, nicht Nein sagen.

Der Gemeinderat tagt im übrigen im besagten Kastell. Und das tut er, selbst bei aufgeregter Diskussion schallgedämpft. Wie die Mehrzahl der Veranstaltungen in Sonsbecks guter Stube seit einiger Zeit ohnehin nicht mehr sonderlich an die Grenzwerte der Technischen Anleitung (TA) Lärm (in geschlossenen Räumen!) heranreichen. Im Kastell gibt es Theateraufführungen, Kabarett, Konzerte der Musikvereinigungen, Altennachmittage, Karnevalssitzungen, Empfänge, in Ausnahmefällen auch Familienfeierlichkeiten . . . "Im vergangenen Jahr hatten wir noch zwei Abende, an denen es lauter zuging", sagt der zuständige Fachbereichsleiter Manfred van Rennings. Das ist dem veränderten Freizeitverhalten geschuldet und auch dem "Umzug" bestimmter Gruppen. Früher, da waren es die beliebten Discos der Pfadfinder mit "durchgängig elektronisch verstärker Musik" und auch mal gut bis zwei Uhr morgens. Einen nicht minder lärmträchtigen Zugangs- und Heimweg eingeschlossen. Diese Discos haben offensichtlich keinen so hohen Stellenwert mehr in der Jugendarbeit der Organisation in Sonsbeck. Die Konzertorganisation "Alko SBK" zum Beispiel ist mit ihren (Benefiz-)Konzerten in Xanten zu Gast. Schließlich traf die Gemeinde noch organisatorische, technische und bauliche Vorsorge.

Gleichwohl ist das Kastell-Geschehen jetzt auch ganz offiziell in feste Bahnen gezurrt. Bevor das angerufene Landgericht Düsseldorf tätig wurde, gab es zwischen den Parteien im vorgelagerten Mediationsverfahren (ähnlich einer Schiedsgerichtsangelegenheit im Zivilrecht) eine Einigung. Die hat es an sich, dass ein für beide Parteien gangbarer Weg gefunden wird und dieser Punkt für Punkt und Wort für Wort festgehalten wird. Das dauert.

Das Ergebnis in Kurzform: Es gibt nur noch zehn lautstarke Veranstaltungen im Kalenderjahr, insbesondere Discos und andere Feiern mit überwiegend intensiver Beschallung; der angrenzende Verbindungsweg wird dann einseitig gesperrt; die Benutzungsordnung muss im Durchgang zur Toilette ausgehängt werden. Auf die "Hausordnung" müssen die Verantwortlichen vor jeder Veranstaltung ausdrücklich hingewiesen werden. Außerdem ist die Nachbarschaft über jeden Vertragsabschluss sofort per E-Mail in Kenntnis zu setzen. Und geraucht werden darf im Kastell gar nicht mehr. Das hat der Hauptausschuss aber jetzt selbst hinzugefügt.

Quelle: RP
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